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USA/Südsudan 

Befreiter Sklave spricht vor Kongressausschuss


Donnerstag, 1. Dezember 2011

Das Sitzungszimmer 2172 im Capitol in Washington war überfüllt. Prominente Journalisten, CSI-Mitarbeiter, Politikwissenschaftler, Menschenrechtsexperten, Kongressabgeordnete, sie alle waren am 4. Oktober 2011 gekommen, um einem blinden sudanesischen Sklavenjungen zuzuhören.

Ker erzählt von seinem Leben als Sklave Rayburn House Office Building  

Ker mit CSI-Mitarbeiter Dr. Eibner   

gw. Ker Aleu Deng erschien in einem dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzem Schlips. Schon nach seinen ersten, auf Englisch gesprochenen Worten hatte er das Publikum und den Ausschussvorsitzenden Christoph Smith für sich eingenommen. Ich liebe amerikanisches Essen, sagte Ker, und gleich dreimal am Tag. Während meiner Gefangenschaft gab es oft tagelang nichts.

Kers Referat  


CSI-Mitarbeiter Gunnar Wiebalck war dabei, als Ker befreit wurde. Er hat viel mit ihm gesprochen. Hier erzählt er Kers Geschichte:

Seit ich denken kann und bis letztes Jahr musste ich zwischen Kühen und Ziegen schlafen.

Zu essen gab es Pferdefutter. Aber anders als die Tiere wurde ich geschlagen, jeden Tag, mit einer Lederpeitsche. Auf den Rücken und auf den Kopf, manchmal mit Kleidung, und manchmal nackt. Die Tiere bekamen jeden Tag zu essen, ich nicht. Für meinen Besitzer Zakaria Salih waren seine Tiere wertvoll. Ich war wertlos.

Als meine Mutter und ich verschleppt wurden, war ich noch sehr jung. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Ich schlief im Stall unter einem Grasdach, meine Mutter im Freien. Zakaria war oft betrunken, dann wurde er sehr wütend. Er schrie, ich sei ein Ungläubiger und er zwang mich, wie ein Muslim zu beten. Ich erinnere mich noch an diese Gebete. Lieber würde ich sie vergessen und alles andere dazu. Aber das kann ich nicht. In meinem Kopf sind die Bilder alle noch da.

Das Schlimmste war, dass Zakaria mir meine Augen zerstörte. Ich musste Ziegen hüten und Hibiskusblüten sammeln. Er war unzufrieden mit mir und hängte mich an den Füßen mit dem Kopf nach unten an einem Baum auf. Dann warf er Pfeffer in meine Augen und zündete ganz in der Nähe ein Feuer an, so dass ich im Qualm hing. Meine Mutter konnte mir nicht helfen. Ich wurde beinahe verrückt vor Qual und kann seither nichts mehr sehen.

Meine Mutter wird immer noch festgehalten. Sie ist nur eine von vielen. Sie sagte zu mir: "Ich weiss, es geht uns schlecht. Aber wir dürfen die Hoffnung nie aufgeben, dass das alles eines Tages ein Ende haben wird." Jeden Tag denke ich an meine Mutter und an das, was sie wahrscheinlich gerade durchmacht. Ich bete, dass sie die Kraft bekommt, durchzuhalten.

Ich möchte, dass die Menschen in Amerika erfahren, dass Südsudanesen heute noch als Sklaven festgehalten werden. Sie werden schlechter behandelt als Tiere. Ich möchte meine Mutter wieder sehen, in Freiheit, zusammen mit allen anderen. Hier ist meine Botschaft: Sie sind mächtige Männer und Frauen. Bitte, finden Sie einen Weg um zu helfen. Ich danke Ihnen.


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