Startseite
Sitemap  

Land-Info 

zurück  

Syrien

Geographische Angaben

Fläche

185'180 km²
(Deutschland: 357'023 km²)

Einwohner

16,6 Mio
5,0 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

90 Einwohner/km²
2,6 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

1'352 EUR
23 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  9%

Muslime

90%

Sonstige

  1%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Syrien 

Land-Info 

Der Bundesrat soll sich für religiöse Minderheiten einsetzen


Freitag, 28. September 2012

Der ehemalige libanesische Präsident, Amine Gemayel, sprach bereits im Januar 2011 von einem «Genozid», den islamistische Extremisten gegen die Christen im Nahen Osten verüben. CSI veröffentlichte eine Genozid-Warnung. In Syrien werden die düstersten Befürchtungen Wirklichkeit.

Seit anderthalb Jahren toben in Syrien Kämpfe. Von beiden Seiten werden entsetzliche Gräueltaten verübt. Tausende wurden getötet, mindestens 200 000 Personen sind in die Nachbarländer Türkei, Jordanien, Libanon und Irak geflüchtet (UNHCR, September 2012).
Aktuelle Angaben des
 Uno-Flüchtlingshilfswerks 

Die beiden Kampfparteien

Syrische Familie auf der Flucht csi  

Im Syrienkrieg stehen auf der einen Seite (vorwiegend) sunnitische Aufständische, die von Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, der Türkei und den USA unterstützt werden. Auf der andern Seite steht das zunehmend isolierte Regime von Präsident Bashar al-Assad, das insbesondere vom Iran und von Russland Rückendeckung erhält.

Bashar al-Assad gehört den Alawiten an. Die Alawiten bezeichnen sich selber als Muslime.

Sie verehren Mohammed aber nicht nur als Propheten, sondern sogar als göttlich. Auf die gleiche Stufe stellen sie Ali, Mohammeds Schwiegersohn. Dazu kommt, dass es die Alawiten mit den islamischen Geboten wie dem Fasten und dem Beten nicht so genau nehmen.

Zunehmend religiöser Konflikt

Lange wurde bestritten, dass islamistische Aufständische gezielt gegen religiöse Minderheiten vorgehen. Inzwischen beobachten auch renommierte Zeitungen wie der Spiegel, die FAZ und die NZZ eine zunehmende Konfessionalisierung des Konflikts.

Bereits zu Beginn des Bürgerkriegs skandierten Aufständische Parolen wie «Christen nach Beirut, Alawiten in den Sarg». Die Alawiten sollen getötet, die Christen vertrieben werden. Vor dem Bürgerkrieg waren etwa 10 % der syrischen Bevölkerung Christen – inzwischen hat die Zahl wohl schon beträchtlich abgenommen. In der Stadt Homs wurden 90 % der Christen von extremistischen Aufständischen getötet, vertrieben oder entführt. Die Gräueltaten sind oft von Rufen wie «Allahu Akbar» oder «Tod den Ungläubigen» begleitet. Islamistische Kämpfergruppen wie die Al-Kaida gewinnen an Gewicht, auch durch die Einwanderung islamistischer Kämpfer aus dem Ausland.

Im Juli 2012 drückte der chaldäische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, seine Sorge aus, dass den Christen in seinem Gebiet und jenen in Damaskus das Gleiche widerfahren könnte wie den Christen in Homs. Diese Furcht vor der Zukunft ist bei vielen Christen noch größer als die Abscheu vor Assads Gewalttaten. So geht es auch muslimischen Minderheiten wie den Alawiten oder den Schiiten.

USA unterstützt sunnitische Islamisten

Die Aufständischen werden beinahe seit Ausbruch des Bürgerkriegs von den USA unterstützt. Die USA versprechen sich mit der Absetzung von Assad eine deutliche Schwächung des schiitischen Irans, Assads engstem Verbündeten. Dabei sind die USA eine Allianz mit Saudi-Arabien, Katar und der Türkei eingegangen – alles Länder, in denen die Religionsfreiheit notorisch verletzt wird.

CSI hat sowohl den amtierenden Präsidenten Barak Obama als auch den republikanischen Präsidentschaftskandidaten aufgefordert, die bedrohten religiösen Minderheiten zu verteidigen. Die USA sollen sich insbesondere im Kontakt mit den Aufständischen und den verbündeten Staaten klar für Minderheitenrechte, Religionsfreiheit und eine Regierung aussprechen, die religiös neutral ist.

Schweizer Engagement in Syrien

Die Schweiz bemüht sich, zu einer Lösung des Konflikts beizutragen. Die Gefahr, dass religiöse Ex­tremisten, womöglich mit Schweizer Waffen ausgerüstet, religiöse Säuberungsaktionen durchführen, wird ernst genommen, wie ein Gespräch mit hochrangigen Vertretern des Außenministeriums (EDA) gezeigt hat. Im Juni organisierte die Schweiz in Genf eine Konferenz der sogenannten Syrien-Aktionsgruppe. Daran nahmen die Außenminister der UNO-Vetomächte, der Türkei und Staaten der Arabischen Liga teil. Weiter unterstützte die Schweiz syrische Oppositionsgruppen bei der Erarbeitung eines Plans, wie Syrien nach Assads Sturz regiert werden soll. Angesichts der traditionellen neutralen Zurückhaltung der Schweiz erstaunt dieses Engagement.

In einem Brief an Bundesrat Burkhalter dankt CSI für die bisherigen Bemühungen und ermutigt dazu, das politische Engagement – unter Wahrung der Neutralität – fortzusetzen. Zugleich regt CSI an, dass die Schweiz ihren Einfluss nutzen soll, um die starken politischen Kräfte in der Region – allen voran die Türkei, Saudi-Arabien und Katar – dazu zu bewegen, sich deutlich gegen religiöse Ungleichbehandlung, islamistisches Überlegenheitsdenken und für rechtsstaatliche Strukturen auszusprechen. Was bereits unter Diktator Assad der Fall war, muss auch in Zukunft so bleiben: Die Rechte der syrischen Staatsbürger dürfen nicht vom religiösen Bekenntnis abhängig gemacht werden. Religiöse Diskriminierung und Verfolgung wären sonst vorprogrammiert.

Autoren: Benjamin Doberstein | Adrian Hartmann

Brief an Bundesrat Didier Burkhalter  


Religiöse Vielfalt


Syrien hat über 20 Millionen Einwohner, die folgenden Bekenntnissen angehören:


Sunniten | etwa 74%


Andere Muslime | etwa 13%; unter ihnen Alawiten und Schiiten


Christen | etwa 10%, Tendenz stark sinkend


Daneben gibt es einige kleinere Gruppen wie die Drusen oder Jesiden. irfr


Unterschiedliche Interessen


Für Assad | Staaten mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit, d.h. Iran und Irak; China, Russland.


Gegen Assad | Staaten mit sunnitischer Bevölkerungsmehrheit wie Saudi-Arabien, Katar, Türkei; zusätzlich auch die USA/EU, die mit der Absetzung Assads den Iran schwächen wollen.


Print-Version 

Ähnliche Themen (4/17)

Syrien
Flüchtlingshilfe
10. Juli 2014
Er will sich trotz aller Gefahr für die Hilfsbedürftigen einsetzen: Erzbischof Jean Kawak.
Syrien
Kindern Kindheit geben – auch im Krieg
Die Hoffnung auf Politik und Diplomatie ist verschwindend klein. Die syrischen Flüchtlinge sind auf Personen angewiesen, die im Hier und Jetzt sofort helfen. Schwester Sara* ist eine solche Person.
Syrien
Für Frieden in einem Klima der Gewalt
Die syrische Ordensschwester Sara musste ihr Zuhause wegen des Kriegs verlassen. Nun setzt sie sich mit allen Kräften für Landsleute ein, die ebenfalls fliehen mussten. CSI unterstützt sie dabei. In der Schweiz erzählte sie von ihrer Arbeit.
Syrien
Rebellen verbreiten Angst und Schrecken
Den christlichen Minderheiten in Syrien steht eine schreckliche Zukunft bevor, wenn die islamistischen Rebellen weiterhin an Boden gewinnen. Doch auch Muslime fürchten sich vor den Untaten der Extremisten.
Alle anzeigen (17)

Neu diese Woche
CSI Aktuell Neu
CSI-Aktuell Archiv
CSI Aktuell 2014
CSI Aktuell 2013
CSI Aktuell 2012
CSI-Aktuell 2011
Glaubensverfolgte
Warum wir helfen
Völkermord
Weltweit
Christenverfolgung
Gebete f. verf Chris
Ägypten
Äthiopien
Algerien
Aserbaidschan
China
Deutschland
Europa
Indien
Indonesien
Irak
Iran
Kasachstan
Kuba
Libyen
Marokko
Naher Osten
Nigeria
Pakistan
Peru
Saudi-Arabien
Sri Lanka
Südsudan
Syrien
USA/Südsudan
Tansania/Sansibar
Türkei
Turkmenistan
Usbekistan
Vietnam
30 Jahre für Religi
Menschenrechtserkl.
Ferien/Religionsfr.
Protestaktionen
Notleidende Kinder
Warum wir helfen
Ägypten
Lettland
Peru_Lebensaufgabe
Nicaragua
Rumänien
Katastrophenhilfe
Warum wir helfen
Länderberichte
Malediven
Sudan
Indien
Medien
Aktuelle Berichte
Berichte 2008/09
CSI-Weltkarte
Europa
Asien West
Asien Ost
Afrika
Amerika
Erläuterungen
CSI-Newsletter
Handeln
Newsletter Info
Spenden
Protestieren
Gebetsanliegen d. Tages
Warum CSI?
Geschichte
International
Menschenrechte
Weitere CSI-Sites
Internationale Vertretung
CSI-Referate
H. Stückelberger
S. Falaki
Andere
Kontakt
Adressen / E-Mail
Spendenkonto

Site-Suche

Sudan / Südsudan
Nach 19 Jahren 
Sklaverei endlich frei

CSI ist eine christliche Menschenrechtsorganisation
für Religionsfreiheit
und Menschenwürde.