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Sudan 

Wunden können heilen

“Warum machen Sie diese Arbeit?” will ein Teilnehmer auf unserer letzten Sudanreise im November 2009 wissen. “Weil ich in den Augen der Sklaven Jesus erkenne”, antworte ich ohne Zögern.

Deng Akec CSI  

gw. Mit einer handtellergroßen, eitrigen Wunde am Bein sitzt der 13-jährige Sklavenjunge Deng Akec da. Sie zieht einen ganzen Schwarm Fliegen an. Als wir ihn zu seiner Zeit in der Sklaverei befragen, erzählt er seine erschütternde Geschichte: Versklavt, beschnitten, ausgepeitscht, beleidigt und gedemütigt. Ein Schicksal von Tausenden, wie wir es als langjährige Mitarbeiter im Sudan immer wieder erleben.

Mit den Ziegen gelebt


Acht lange Jahre befand sich das Kind in der Gewalt eines arabischen Nomaden. Osma war mit ihm und seinen Kühen und Ziegen im Grenzland zwischen dem Nord- und dem Südsudan umhergezogen. Deng Akec hat während dieser Zeit mit fast niemandem gesprochen.

Er erinnert sich nur noch an einige Brocken seiner Muttersprache Dinka, die er während der ersten fünf Jahre seines Lebens gelernt hatte. 2001 war der damals 5-Jährige verschleppt worden. Bis zu seiner Befreiung lebte er mit der Ziegenherde seines Besitzers, schlief im Freien und ernährte sich von Blättern, Insekten und Essensresten. Osman bezeichnete seinen Sklaven als “La Din”. Das bedeutet: einer, der keine Religion hat, also ein “Ungläubiger”. Als sich einmal eine der von Deng Akec gehüteten Ziegen verlief, schlug Osman mit einem Holzprügel auf ihn ein und fügte ihm unter anderem die Wunde am Bein zu.

Wenn Augen sprechen

Seit dem 5. September 2009 befindet sich Deng Akec wieder in Freiheit. Er kann sich nicht mehr an seine Eltern erinnern. Er kann sich kaum verständlich machen, da er während der achtjährigen Gefangenschaft fast immer alleine war. Nach seiner Befragung fotografieren wir Deng Akec. Er schaut mich an. In den Augen dieses Kindes sehe ich eine tiefe Traurigkeit. Ich erkenne aber auch noch etwas anderes: vollkommene Unschuld, kindliches Flehen und eine Reinheit, die seinen Peinigern eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben müsste, hätten sie noch die Spur eines Gewissens.

Ein Lächeln kehrt zurück

CSI-Mitarbeiter Gunnar Wiebalck mit Deng Akec CSI  

Dr. Luka Deng versorgt Deng Akec CSI  

Der CSI-Notarzt Dr. Luka Deng versorgt den verletzten Deng Akec seit der Befreiung. Ende Oktober 2009 kommt es zu einem Wiedersehen mit dem CSI-Team. Was für ein Unterschied! Die Wunde hat sich fast geschlossen, Deng Akec bringt sogar ein Lächeln zustande. Er hat wieder Vertrauen gefasst, spielt mit anderen Kindern auf dem Klinikgelände und spricht wieder seine Muttersprache. Er ist kaum wiederzuerkennen.

Sprachlose Dankbarkeit

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie dankbar ehemalige Sklaven sind, wenn sie nach monatelangem Leiden zum ersten Mal vom CSI-Notarzt Dr. Luka Deng behandelt werden und miterleben, wie ihre schmerzenden Wunden langsam heilen.

Denn während der Gefangenschaft haben sie keinerlei Hilfe bekommen; ihr Leben war weniger wert als das der Tiere. Für mich persönlich sind es immer wieder bewegende Momente, wenn ich miterleben darf, wie diese befreiten Sklaven neue Kraft und Lebensfreude erhalten. Ihre Dankbarkeit über die heilenden Wunden sowie ihre Erleichterung, dass die Leidenszeit ein Ende fand, lassen mich jedes Mal Jesus in ihnen sehen. Dass wir als CSI-Mitarbeiter dazu beitragen dürfen, dass Menschen noch einmal ein neues Leben bekommen und wieder voller Hoffnung und neuer Lebensfreude vorwärts blicken können, ist für uns ein ganz besonderes Geschenk. Am 30. Oktober 2009 gelang es uns erneut, 125 Sklaven aus ihrer zum Teil jahrelangen Gefangenschaft zu befreien.

Unschätzbarer Wert

Die Arbeit von CSI-Notarzt Dr. Luka Deng ist vor allem für die ehemaligen Sklaven von unschätzbarem Wert. Für sie gibt es sonst keinen Zugang zu medizinischer Hilfe. Mit großer Hingabe und sehr viel Liebe setzen sich Dr. Luka und sein Team für Notleidende ein. Durchschnittlich bekommen ungefähr 18‘000 Menschen pro Jahr durch seinen Dienst konkrete Hilfe.

Dank Ihrer wertvollen Unterstützung sind wir in der Lage, Dr. Luka immer wieder die dafür notwendigen Medikamente, die medizinischen Geräte und Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Wir danken Ihnen, dass Sie uns auch in diesem Jahr helfen, den Dienst von Dr. Luka Deng weiterzuführen.


 

Ihre Spende lindert Leiden und rettet Menschenleben

EUR 

15,–

Lebensrettende Behandlung eines Cholera-Patienten

EUR 

30,–

Behandlung eines Patienten mit lebensgefährlichemTropengeschwür

EUR 

75,–

Medikamente für 30 Patienten

EUR  ,–   freier Betrag

Online oder mit Zahlschein / direkter Banküberweisung



Medikamentenlieferung für Dr. Luka Deng CSI  


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