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Sudan 

“Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt
ihr mir getan.”

gw. Unter den Opfern von Verfolgung und religiöser Intoleranz sind viele, die Jesus wohl zu den “Geringsten” gezählt hätte. Es sind Hungrige und Durstige, Fremde und Obdachlose, Kranke und Versklavte. Solchen Menschen beizustehen ist die erste und notwendigste Aufgabe von CSI.

Mit spitzer Hacke geschlagen

Einer der “Geringsten” ist der ehemalige Sklavenjunge Tong Garang Kuan. Als wir ihn am Tag seiner Befreiung das erste Mal sehen, kann er sich nur humpelnd und unter Schmerzen fortbewegen. Sein linker Fuß ist stark angeschwollen und hat fast die doppelte Normalgröße. Tong, der aufgrund seiner starken Schmerzen sehr niedergeschlagen ist, berichtet uns, wie es zu der Verletzung kam: “Ich musste viele Jahre lang die Ziegen meines Besitzers Mohammed hüten. Einmal fehlte mir abends ein Tier. Da schlug er mit einer Eisenhacke auf mich ein. Ich konnte ausweichen, trotzdem traf mich die spitze Hacke am Fuß”. Was der Araber ihm sonst noch angetan hatte, gibt Tong nur zögernd preis. Er wurde in der Gefangenschaft von dem Sklavenhalter sexuell missbraucht. Noch bis heute wird er deshalb von Alpträumen geplagt.

Liebe und Aufmerksamkeit

Tong Garang Kuan, zum ersten Mal im Leben beim Arzt. CSI  

Nach seiner Befreiung bringen wir den verletzten Jungen unverzüglich zu CSI-Notarzt Dr. Luka Deng. Lange Zeit ist sich Dr. Luka nicht sicher, ob Tongs Fuß überhaupt gerettet werden kann. Weil sich eine chronische Entzündung tief bis auf den Fußknochen vorgefressen hat, muss die Wunde täglich gereinigt, desinfiziert und neu verbunden werden. Eine regelmäßige Behandlung mit Antibiotika lässt die Schwellung allmählich abklingen, auch die unerträglichen Schmerzen nehmen ab. Dr. Luka weiss, dass sein Patient nicht nur am Körper, sondern auch an der Seele Schaden genommen hat. Er schenkt ihm darum nicht nur ärztlichen Beistand, sondern auch Liebe und Aufmerksamkeit.

Strahlender Tong nach dem Noteingriff. CSI  

Operation im Busch
nicht möglich


Da er in der Buschklinik über kein eigenes Röntgengerät verfügt, fährt er mit dem jungen Patienten in die 30 Kilometer entfernte Klinik der Bezirkshauptstadt Aweil und lässt vom verletzten Fuß ein Röntgenbild machen. Dem erfahrenen Arzt zeigt dieses Bild mehr, als wir darauf erkennen können: Tongs Fuß muss dringend operiert werden und benötigt zusätzlich eine Hauttransplantation. Doch das übersteigt die Möglichkeiten der im Südsudan eingerichteten Kliniken bei weitem. Damit Tongs Fuß gerettet werden kann, bereitet Dr. Luka eine Behandlung in der sudanesischen Hauptstadt Khartum vor. Dank seiner Hilfe und der Unterstützung von CSI kann Tong auf vollständige Genesung hoffen. Er wird seinen Fuß nicht verlieren und ein normales Leben führen können. Stück für Stück gewinnt Tong sein Selbstvertrauen und das Vertrauen in andere Menschen zurück. Als es gilt, Medikamente ins Krankenhaus zu bringen, lässt es sich Tong auch nicht nehmen, anzupacken und tatkräftig zu helfen.

Er freundet sich auch mit den Kindern anderer Patienten an. Am liebsten führt er morgens Kälber und Kühe aus einem Stall in der Nähe des Krankenhauses, hütet sie auf der Weide und bringt sie abends wieder zurück.

In einem Land, dessen Bewohner unter den Folgen eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs leiden, haben es die Schwächsten besonders schwer. Wir bei CSI wollen ihnen beistehen, denn die Worte von Jesus sind heute genauso aktuell wie damals vor 2000 Jahren: “Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan” (Matth. 25, 40).

Als Projektmitarbeiter bin ich für Ihr treues Mittragen sehr dankbar.


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