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Das Gesundheitswesen im Südsudan liegt vier Jahre nach Friedensschluss immer noch im Argen. Die CSI-Klinik von Dr. Luka Deng schenkt jedoch Hoffnung. |
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gw. “Dies ist ein Arzneimittel. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten und lesen Sie die Packungsbeilage”. In Deutschland ist dieser Hinweis sinnvoll, im Süden des Sudan würde er wohl eher Kopfschütteln auslösen. Denn dort gibt es auch vier Jahre nach dem Friedensschluss im Jahr 2005 für die meisten Kranken noch immer keine Arzneimittel. Oft erreichen Medikamentenlieferungen die Krankenhäuser wegen Transportproblemen nicht. Oder die Medikamente wurden zu lange in der Hitze gelagert und sind verdorben. Auch sind Fachpersonen eine Seltenheit, obwohl sich manche Patienten in der Hoffnung auf professionelle Behandlung mit letzter Kraft viele Kilometer weit durch den Busch schleppen. Aber es gibt fast keine einheimischen Ärzte. Packungsbeilagen schließlich können die meisten gar nicht lesen, denn sie sind Analphabeten. |
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Patienten in Not |
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In dieser schwierigen Situation springen seit nunmehr zehn Jahren CSI-Notarzt Dr. Luka Deng und sein Team ein. Was wir bei Besuchen in seinem Krankenhaus in Wanyjok (Nähe Aweil) zu Gesicht bekommen, lässt uns manches Mal erschaudern. Malaria, Parasitenbefall, Hautausschläge und rheumatische Beschwerden gehören zu den eher einfach zu behandelnden Beschwerden. Dazu kommen aber tropische Geschwüre und in Fäulnis übergegangene Fußwunden, offene Knochenbrüche und Erblindung. |
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Am schlimmsten dran sind immer wieder jene Patienten, die nach Jahren der Sklaverei erstmals in ihrem Leben zu Dr. Luka kommen. Sie sind von ihren muslimischen Besitzern auf für uns unvorstellbare Weise misshandelt worden. Da sehen wir schlecht vernarbte Bisswunden an Gesicht, Armen und anderen Körperteilen. Oft fehlen ihnen Finger und ganze Gliedmaßen, die in der Gefangenschaft einfach abgehackt worden sind. Viele der Unglücklichen wurden ins Feuer geworfen und entkamen mit Brandwunden am ganzen Körper; bei anderen hat ausgeschüttetes kochendes Wasser deutliche Spuren auf der Haut hinterlassen; wieder andere sind mit brennenden Zigaretten gequält worden. |
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Lange Patientenliste |
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Kaum ein europäischer Arzt oder Helfer vermag es, die schwierigen Bedingungen im sudanesischen Busch, die Fliegen, die Hitze und das unendlich erscheinende Elend länger als ein paar Monate zu ertragen. So steht im Südsudan manche Krankenhausruine, die mit viel Enthusiasmus und ausländischem Kapital errichtet worden ist, dann aber verlassen wurde und zerfiel. Weil das Gesundheitswesen immer noch im Argen liegt, wird die Liste der Patienten, die Dr. Luka und seine Helfer erfolgreich behandelt haben, immer länger. Mit bescheidenen Mitteln ist es ihm sogar gelungen, neu zwei zusätzliche Buschkliniken aufzubauen. Jeden Tag kommen über 100 Patienten in seine Sprechstunde. Darunter sind viele Sklavenkinder, wie zum Beispiel der heute 16-jährige Maror Achier Kuol, der im Januar 2007 mit einer schlimmen Beinwunde zurückkehrte. Der Junge aus einer christlichen Familie war im Alter von sechs oder sieben Jahren versklavt und von seinem Besitzer auf den Namen “Hassan” umbenannt worden. Maror hat jahrelange Misshandlungen hinter sich. Im Oktober 2008 begegneten wir dem Jungen wieder. |
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Was für ein Unterschied! Vollständig genesen besucht er jetzt eine christliche Schule und sang uns sogar ein Lied über Jesus vor! Wir freuten uns von Herzen. |
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Genesung
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Der ehemalige Sklave Simon Deng äussert sich über Dr. Luka’s Arbeit: „Ich kenne keinen Einheimischen, der unter derart prekären Umständen so wertvolle Arbeit in unserem Land leistet.” Er und sein Team verdienen unsere Unterstützung. Danke, dass Sie uns dabei so treu helfen. |
| Print-Version |
![]() | Sudan Video-Bericht von der neusten Sklavenbefreiung | ![]() | Gunnar Wiebalck berichtet vor Ort über die CSI-Befreiungs-Aktion |
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