Startseite
Sitemap  

Sudan 

Wo ein Kochtopf Existenzgrundlage ist

Um überleben zu können, ist ein Kochtopf für die Bevölkerung im Südsudan unentbehrlich. Darum gibt CSI den zurückgekehrten Sklaven einen schlichten Kochtopf mit auf den Weg.

Ein Mädchen schaut nach dem Kochtopf CSI  

gw. Was ist ein alter Kochtopf wert? In den Abfallsammelstellen der Schweiz türmen sie sich im Altmetall, viele von ihnen sind ungebraucht und könnten noch jahrelang ihren Dienst tun. Vielleicht haben ihre Besitzer sie ersetzt, weil sie nicht mehr zur neuen Designerküche passen. Im Südsudan dagegen ist selbst ein uralter und zerbeulter Kochtopf wertvoller als Gold. Er garantiert, dass aus ungenießbarem Essbares wird, verwandelt getrockneten Fisch in eine nahrhafte Brühe, zerstampfte Hirsekörner zu Brei und Blätter zu Spinat.

Im Kochtopf werden auch Insekten, Würmer und Larven zubereitet. Wer keinen Kochtopf besitzt, kann nicht einmal Wasser erhitzen und ist Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert.

Polizei konfisziert Kochtöpfe

Im Juni 2010 machten mich meine einheimischen Begleiter auf zwei uniformierte Polizeibeamte am Wegesrand aufmerksam. Einer von ihnen hielt sein Dienstgewehr in der Hand, der andere zwei russgeschwärzte Kochtöpfe. Mir wäre diese Szene gar nicht weiter aufgefallen. Doch dann erfuhr ich, dass die Polizei dazu übergegangen ist, Kochtöpfe und damit den wertvollsten Besitz der Ärmsten im Land zu konfiszieren. Betroffen sind Menschen, welche die sogenannte “Poll Tax”, eine Art Kopfsteuer, nicht zahlen können. Der Gouverneur in der Stadt Aweil verlangt von jedem einzelnen seiner Bürger, jährlich 25 Sudanesische Pfund (umgerechnet etwa 7,50 Euro) an die Staatskasse zu zahlen. Familien, denen der Kochtopf weggenommen wird, weil sie diesen Betrag nicht aufbringen können, sind in ihrer Existenz bedroht.

Im Bundesstaat Bahr-El-Ghazal war die mit unerbittlicher Härte eingetriebene “Poll Tax” eines der Hauptthemen der Wahlen vom April 2010. In keinem anderen der zehn südlichen Staaten ist den Bürgern diese willkürliche Steuer auferlegt. Für den Fall seiner Wahl hatte der Gegenkandidat des amtierenden Gouverneurs die Abschaffung der widerwärtigen Steuer angekündigt. Doch er hatte keine Chance, gewählt zu werden, kontrollierten doch bewaffnete Gefolgsleute des Amtsinhabers sämtliche Wahllokale. Nach dem überwältigenden “Wahlsieg” des alten Gouverneurs gehen staatliche Korruption und Ausbeutung weiter. Die Unsicherheit und Ungewissheit bleibt, politisches Gerangel, Ohnmacht sowie Machtansprüche kennzeichnen nach wie vor die Situation im Südsudan. Die Opfer sind die Ärmsten; also die, die ohnehin nichts besitzen. In ihrem alltäglichen Überlebenskampf sind sie immer wieder der menschenverachtenden Machtbesessenheit korrupter Politiker und Behörden ausgeliefert. Wenngleich die Polizei vereinzelt Kochtöpfe konfiszierte, so ist es wichtig, die in diese desolate Situation zurückkehrenden Sklaven mit dem Nötigsten auszurüsten. Dazu gehört auch ein Kochtopf. Ohne diesen hätten sie keine Chance, zu überleben.

CSI Hilfsprogramme gehen weiter

Befreite Sklavin Abuk Kiir mit CSI-Team CSI  

CSI brachte am 20. Juni 2010 erneut 500 Startsäcke in die völlig vernachlässigte Region Bahr-El-Ghazal, dazu eine Tonne Kindernahrung für unseren Buscharzt Dr. Luka Deng und Veterinärmedikamente für das CSI-Programm zur Befreiung von Sklaven. Bereits im Mai 2010 waren wieder 300 von ihnen nach jahrelangem Martyrium zurückgekehrt. Überwältigt davon, dass ihnen die Freiheit zurückgegeben wurde und sie eine Starthilfe erhalten haben, ringen sie häufig nach Worten der Dankbarkeit.

Ihre Gesichter sprechen jedoch Bände. Unter den Befreiten war auch Abuk Kiir Awan, die bloß eines ihrer drei Kinder mit in die Freiheit bringen konnte. Zwei ihrer Söhne, Garang und Wal, mussten zurückbleiben. Daraufhin baten wir unseren arabischen Rückführer Adam Musa, die beiden Kinder aufzuspüren. Kurz darauf erhielten wir von Dr. Luka die äußerst erfreuliche Nachricht, dass beide Kinder freigelassen wurden. Dank Ihrer Hilfe werden sie also schon bald mit einer weiteren Gruppe von Sklaven zu ihrer Mutter zurückkehren können. Diese kann es kaum erwarten, für alle drei Kinder eine Mahlzeit im Kochtopf, den sie von CSI erhalten hat, zuzubereiten.

Kann ein einfacher Kochtopf Leben retten? Er kann, was sich bei unseren Besuchen im Sudan immer wieder bestätigt. Jedem unserer Überlebenssäcke für Rückkehrer und befreite Sklaven liegt ein Kochtopf aus Aluminium bei. Mit ihm werden Blätter und Wurzeln genießbar, mit seiner Hilfe wird Wasser abgekocht und keimfrei gemacht. Was bei uns so selbstverständlich ist, kann im Sudan Leben retten.


 

Dank Ihrer Unterstüzung rettet CSI im Südsudan Menschenleben

EUR 

30,–

Kochtöpfe für fünf Famlien

EUR 

45,–

Nahrung für eine fünfköpfige Familen einen ganzen Monat lang

EUR 

60,–

Zwei komplette Startsäcke mit allem, was es zu Überleben braucht

EUR  ,–   freier Betrag

Online oder mit Zahlschein / direkter Banküberweisung




Print-Version 

Ähnliche Themen (4/25)

Sudan
“Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.”
gw. Unter den Opfern von Verfolgung und religiöser Intoleranz sind viele, die Jesus wohl zu den “Geringsten” gezählt hätte. Es sind Hungrige und Durstige, Fremde und Obdachlose, Kranke und Versklavte. Solchen Menschen beizustehen ist die erste und notwendigste Aufgabe von CSI.
Sudan
Werden wir morgen noch leben?
Maria und ihre zwei Kinder kämpfen täglich ums nackte Überleben. Ein zermürbender und Kräfte raubender Kampf, der für sie kein Ende zu nehmen scheint. Da ist die Hilfe von CSI wie ein befreiender Lichtblick im Dunkel des Alltags.
Sudan
Kranksein im afrikanischen Busch
Das Gesundheitswesen im Südsudan liegt vier Jahre nach Friedensschluss immer noch im Argen. Die CSI-Klinik von Dr. Luka Deng schenkt jedoch Hoffnung.
Sudan
Video-Bericht von der neusten Sklavenbefreiung
Gunnar Wiebalck berichtet vor Ort über die CSI-Befreiungs-Aktion
Alle anzeigen (25)

Neu diese Woche
Glaubensverfolgte
Warum wir helfen
Völkermord
Weltweit
Christenverfolgung
Gebete f. verf Chris
Schweiz
Afghanistan
Ägypten
Äthiopien
Burma
China
Deutschland
Eritrea
Indien
Indonesien
Irak
Iran
Kasachstan
Kuba
Nigeria
Nordkorea
Naher Osten
Pakistan
Peru
Saudi-Arabien
Südsudan
USA/Südsudan
Tansania/Sansibar
Türkei
Usbekistan
Vietnam
30 Jahre für Religi
Menschenrechtserkl.
Ferien/Religionsfr.
Protestaktionen
Notleidende Kinder
Warum wir helfen
Ägypten
Lettland
Peru_Lebensaufgabe
Nicaragua
Rumänien
Nigeria
Katastrophenhilfe
Warum wir helfen
Länderberichte
Malediven
Sudan
Indien
Medienberichte
Nahost -Berichte
Irak - 15.3.
Irak 30.5.
Türkei 1 -8.2.
Türkei 2 -8.2.
Iran - 30.1.
Türkei - 29.1.
Ägypten - 29.1.
Vatikan - 19.1.
Türkei - 18.1.
Ägypten - 17.1.
CSI-Weltkarte
Europa
Asien West
Asien Ost
Afrika
Amerika
Erläuterungen
CSI-Newsletter
Handeln
Newsletter Info
Spenden
Protestieren
Gebetsanliegen d. Tages
Warum CSI?
Geschichte
International
Menschenrechte
Weitere CSI-Sites
Internationale Vertretung
CSI-Referate
H. Stückelberger
S. Falaki
Andere
Kontakt
Adressen / E-Mail
Spendenkonto

Site-Suche

Südsudan/USA
Blinder fordert Parlamentarier zur Sklavenbefreiung auf

CSI ist eine christliche Menschenrechtsorganisation
für Religionsfreiheit
und Menschenwürde.