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Geographische Angaben | Fläche | 2'505'813 km² 7 mal so groß wie Deutschland (357'023 km²) | Einwohner | 31,8 Mio 2 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio) | Bevölkerungsdichte | 13 Einwohner/km² 18 mal kleiner als in Deutschland (231) | Bruttosozialprodukt | 442 EUR 69 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR) | Religionsangehörigkeit | Christen | 10% |   Katholiken | 5% |   Protestanten | 5% | Muslime | 70% | Naturreligionen | 20% | Menschenrechte | Religionsfreiheit | Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten | | Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission |
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Kein Denkmal für
die Versklavten
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Sklaven im Sudan gleichen Verletzten am Wegesrand, um die sich niemand kümmert. Seit 15 Jahren richtet CSI diese Menschen wieder auf.
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Befreite Sklaven am Wegesrand. CSI
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gw. Ausgangspunkt für die Verschiffung unzähliger Sklaven nach Amerika war das “Cape Coast Castle” nahe der ghanaischen Hauptstadt Accra. Am 11. Juli 2009 erhielt das Fort prominenten Besuch. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle erinnerten bei ihrer Staatsvisite in Accra daran, “dass die Geschichte, so schmerzlich sie auch sein mag, überwunden werden kann.” Der historische Ort sei eine Mahnung, welchen Schrecken Menschen anrichten könnten. Obama verglich die Festungsanlage mit dem Konzentrationslager Buchenwald, wo er im Juni 2009 der Opfer des Nationalsozialismus gedacht hatte.
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Der transatlantische Sklavenhandel und die Untaten der Nazischergen gehören zum Glück der Vergangenheit an. Doch die Greuel der Sklavenhaltung sind im 21. Jahrhundert noch immer Realität. Und anders als die Festung an der Atlantikküste und die Folterkammern von Buchenwald gibt es für die Sklaven im Sudan keine Denkmäler. Ihr permanentes Leiden ist für die Prominenz dieser Welt kein Thema. Barbarisch misshandelte Frauen und Kinder sind wertlos, jedenfalls in der Wahrnehmung politischer, wirtschaftlicher und religiöser Eliten. Politiker wollen sich mit diesem Thema nicht belasten, weil sich damit keine Wahlen gewinnen lassen. Für die globalisierte Wirtschaft, für die UNO, ja selbst für viele Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen existieren die Sklaven im Sudan nicht. Kirchenführer bleiben stumm, weil Vorwürfe an muslimische Sklavenhändler sonst dem Dialog mit dem Islam abträglich sein könnten. Und das Wächteramt der Massenmedien? Sie haben mit dem Skandal vorübergehend Kasse gemacht und sich längst anderen Themen zugewendet. Sklaverei und Zwangsislamisierung sind für die oberflächliche Leserschaft eine zu schwere Kost.
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Augenzeugenberichte und Interviews von CSI-Mitarbeitern zum Leid der Sklaven sind notwendig und unentbehrlich. Sie dienen als wichtiger und erforderlicher “Weckruf”, der die Desinteressierten wachrütteln und ihnen fortwährend in Erinnerung rufen soll, dass die Sklaverei wie eine unverheilte Wunde ist, die dringend behandelt werden muss. Im Mai 2009 konnte CSI erneut 232 Menschen aus zumeist jahrelanger Gefangenschaft befreien und in ihrer einstigen Heimat willkommen heißen. Jeder einzelne von ihnen wurde zu seiner Geschichte befragt, fotografiert und erhielt einen Startsack, in dem alles Lebensnotwendige für das Überleben in Freiheit enthalten ist. CSI-Mitarbeiter John Eibner sprach mit Maria Atak, einer der Befreiten: |
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Maria Atak ist glücklich über die Hilfe von CSI. CSI
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“Ich komme aus dem Dorf Wathok, dort lebte ich mit meinen Eltern. Ich erinnere mich daran, dass ich mit ihnen als Kind die Kirche besuchte, und ich kann das Vaterunser noch heute auswendig hersagen. Als mich die arabischen Menschenräuber einfingen, war ich noch sehr jung. Sie fesselten mich auf ein Pferd und nahmen mich mit, zusammen mit vielen anderen. Einer von ihnen, Mohammed Ibrahim, tat mir sehr weh, obwohl ich noch ein Kind war. Ich musste bei ihm wohnen. Er und seine Frau Toma hatten fünf Kinder, die im Ort Ed Daein (Darfur) zur Schule gingen. Die Schule durfte ich nicht besuchen. Ich vermute, dass Mohammed der Vater meines Babys ist, sicher bin ich aber nicht, da er andere dazu aufforderte, mich zu vergewaltigen. Weil mich Mohammeds Frau nicht länger duldete, nachdem mein Kind zur Welt gekommen war, kam ich frei. Ob meine Eltern noch am Leben sind, weiss ich nicht, aber ich werde versuchen, sie zu finden. Nie werde ich Gottes Fürsorge vergessen. Er hat mir geholfen, Mohammed Ibrahim zu verlassen, er wird mir auch weiterhin zur Seite stehen. In meinem Herzen habe ich meinen Taufnamen Maria nie aufgegeben, und jetzt in der Freiheit ist er mir so wertvoll wie nie zuvor.” |
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Zeugnisse wie dasjenige von Maria Atak verpflichten uns immer wieder aufs Neue, die vor 15 Jahren begonne Arbeit weiterzuführen. Susan Rice, die frühere Assistentin der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright und jetzige UNO-Botschafterin von Präsident Barack Obama, sagte nach einem Besuch im Südsudan: “Die Zeugnisse der Frauen und Kinder, die gefangen genommen, versklavt, gefoltert und vergewaltigt wurden, haben mich zutiefst bewegt. Ihnen wurden sogar Religion und Glauben gestohlen ... Es gibt keine Entschuldigung für diese schrecklichen Untaten. Die Täter wollen einfache, aufrechte und ehrliche Menschen, die unter extrem schwierigen Umständen leben, demütigen. Und sie wollen Mutige, die aus dem Ausland kommen, um zu helfen, daran hindern und abschrecken.”
Sie, liebe Freunde von CSI, unterstützen uns bei einem ganz besonderen Auftrag: diese zutiefst verletzten Menschen am Wegesrand, die die Welt vergessen hat und um die sich sonst niemand kümmert, wieder aufzurichten. |
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