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Bei Wahlen im Südsudan gehören versklavte Menschen zu den Verlierern. CSI wird die Befreiungsaktionen fortsetzen, bis der letzte Sklave zu Hause ist. |
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gw. Aweil, 19. Februar 2010: Die Lautsprecher auf der Wahlkundgebung von General Dau Aturjong knacken noch einmal kurz, dann bleiben sie stumm. Auf Anordnung des Gouverneurs Paul Malong schneidet der Polizeidirektor die Kabel einfach durch. Der lautstarke Protest der Anhängerschar von Dau Aturjong, die sich trotz drückender Hitze auf dem “Freedom Square” versammelt hat, wird von Sicherheitskräften kurzerhand erstickt. Es kommt zu Verhaftungen. Der Vorgang ist kein Einzelfall. Beobachtern drängt sich die Frage auf, ob im Südsudan fünf Jahre nach dem Waffenstillstand tatsächlich Bedingungen für freie und demokratische Wahlen geschaffen worden sind. |
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In Juba Reichtum, ringsherum Gewalt |
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Demokratische Wahlen haben im Südsudan keine Tradition. Nach Uno-Angaben forderten Stammes- und Machtkämpfe im letzten Jahr allein im Süden 2’500 Menschenleben und 400’000 Einwohner wurden vertrieben. Viele der Analphabeten in der Region sind bei der Registrierung für die Wahlen im April 2010 übergangen worden. Fünf Jahre nach dem historischen Friedensabkommen hat die südliche Regierung fast keines der drängenden Probleme in den Griff bekommen. In der südsudanesischen Hauptstadt Juba stehen die Regierungslimousinen mit verdunkelten Scheiben Stoßstange an Stoßstange, während es im Rest des Landes kaum einen Kilometer geteerte Straßen gibt. Die Wahlen und das Referendum zur Unabhängigkeit vom Norden sind durch Korruption, Wahlstreitigkeiten und mit modernen Waffen ausgetragene Stammeskämpfe gefährdet. Kommt es 2011 zur Trennung der beiden ethnisch und religiös so unterschiedlichen Landesteile, könnte die Befreiung von Sklaven sehr erschwert werden. |
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In drei Monaten 500 Sklaven frei |
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Zukunft: Fragende Blicke der befreiten Sklaven CSI |
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Zwischen Januar und März 2010 erhielten 500 Sklaven ihre Freiheit; jeder bekam die Gelegenheit, seine Geschichte zu erzählen. Unter ihnen war Achol Akot Deng, die wir im Schatten eines Tamarindenbaums befragten. “Mein Besitzer wollte mich zu einer Muslima machen und gab mir den arabischen Namen ‘Howah’”, sagte sie. Elf lange Jahre war Achol in seiner Gewalt. Ihren Ehemann sowie ihre Kinder Garang und Abuk hat sie seit ihrer Verschleppung in den Norden nicht mehr gesehen. Achol wurde gezwungen, bei Exekutionen “ungehorsamer” Sklaven dabei zu sein und zuzuschauen. Die Hoffnung, eines Tages ihren Mann und die Kinder wieder zu sehen, ließ Achol die Schrecken ertragen und erhielt sie am Leben. Jetzt will sie sich auf das letzte Stück des Weges heim zu ihrer Familie im Dorf Manyiel machen. |
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Szenen wie aus einem Horrorfilm |
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Bei vielen Begegnungen und Gesprächen werden wir mit Szenen wie aus einem Horrorfilm konfrontiert. Der elfjährige Mawien litt unter Tropengeschwüren an beiden Beinen, Abuk hatte eine Halswunde und Verstümmelungen an der rechten Hand. Dem Sklaven Garang Agoth Akol hatte sein Besitzer als “Strafe” für Ungehorsam zwei Zehen abgehackt. Wir fragen die vierfache Mutter Ajak, wie es zur Schusswunde an ihrem Bein kam. Während der Verschleppung in den Norden hatte ihr Sklaventross in der Stadt Gomelay einen Zwischenhalt gemacht. Nachts versuchte eine Gruppe gewöhnlicher Krimineller, die gefangenen Frauen und Kinder, die wie Vieh an Pflöcken festgebunden waren, zu stehlen. Bei der anschließenden Schießerei zwischen den Dieben und Besitzern kam es zu einem Blutbad, Ajak wurde von einer Kugel am Oberschenkel getroffen. |
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“Wegen des Durcheinanders und der Dunkelheit gingen meine vier Kinder verloren”, berichtet die vor Gram und Schmerz vorzeitig gealterte Frau, “ich habe meine Kinder nie wieder gesehen”. Später musste Ajak miterleben, wie einige ihrer Mitgefangenen elend verdursteten, sie selber überlebte auch diese Tortur. Auffallend ist, dass die befragten Sklaven kaum Rachegefühle gegen ihre Peiniger hegen. Ajak ist eine Ausnahme: “Wenn ich könnte”, ließ uns die resolute Frau wissen, “dann würde ich mit einem Gewehr in der Hand in den Norden zurückkehren und die Araber töten. Sie haben mein Leben zerstört”.
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![]() | Sudan Kranksein im afrikanischen Busch | ![]() | Das Gesundheitswesen im Südsudan liegt vier Jahre nach Friedensschluss immer noch im Argen. Die CSI-Klinik von Dr. Luka Deng schenkt jedoch Hoffnung. |
![]() | Sudan Video-Bericht von der neusten Sklavenbefreiung | ![]() | Gunnar Wiebalck berichtet vor Ort über die CSI-Befreiungs-Aktion |
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