Startseite
Sitemap  

Sudan 

354 sudanesische Sklaven befreit


Dienstag, 3. Mai 2011

Sklaverei existiert noch heute. CSI wehrt sich dagegen: Anfangs April 2011 kehrte CSI-Mitarbeiter Dr. John Eibner von seiner Reise aus dem Südsudan zurück. CSI konnte erneut Hunderten von Sklaven – Christen und Juden – einen Neuanfang in der Heimat ermöglichen.

Die Freude des 14-jährigen Ngor Angok Malith kannte keine Grenzen, als er aus der Sklaverei im Nordsudan befreit und mit seiner Mutter zusammengeführt wurde. Während der vergangenen zehn Jahre war der Junge von Ibrahim, seinem arabischen Sklavenhalter aus der Volksgruppe der Baggara, im nordsudanesischen Dorf Futa körperlich und psychisch misshandelt worden.

Ngor-Angok-Malith (links) mit seiner Mutter CSI  

Ngor, von seinem Sklavenhalter in Musa umbenannt, war einer von 354 schwarzafrikanischen Sklaven aus dem Südsudan, deren Befreiung aus den Händen arabischer Baggara-Sklavenhalter im Nordsudan im vergangenen Monat von CSI und sudanesischen Partnerorganisationen ermöglicht wurde.

Illustre Begleiter aus den USA

CSI-Mitarbeiter Dr. John Eibner wurde auf seiner Reise von mehreren Amerikanern begleitet. Unter ihnen: Ellen Ratner und Tony Sayegh von FOX News, Lynn Beck von der Beck Management Group, Diane Gooch von der Bürgerbewegung Strong New Jersey, Dr. Charles Jacobs der American Anti-Slavery Group, Rabbi Joseph Polak, Kaplan der Bostoner Universität, der Unternehmer Bruce Ratner, die Filmemacherin Rebecca Ranter und die Songtexterin/Sängerin Kate Taylor.

Die meisten befreiten Sklaven wurden im letzten Bürgerkrieg (1983–2005) von den bewaffneten Streitkräften der sudanesischen Regierung als Beute gefangen genommen. Einige der befreiten Kindersklaven sind Abkömmlinge von Sklavenhaltern und ihren Sklavinnen. In einer öffentlichen Verlautbarung bezeichnete der sudanesische Präsident Omar Bashir den Krieg seiner islamistischen Regierung gegen nichtislamische Gemeinschaften im Süden als Dschihad. Damit berief er sich auf traditionelles Scharia-Recht und legitimierte so die Versklavung von Südsudanesen.

Schwer verunstaltet: Deborah Arop Mawien CSI  

 
Ebenfalls befreit

Deborah Arop Mawien, 42-jährig: Halsschnittwunden von einer fingierten Hinrichtung wegen Widerstands gegen Vergewaltigung. Unter Zwang vom Christentum zum Islam konvertiert. Umbenannt in Mariam. Rassistisch und religiös beschimpft. Liess drei Kinder in Magadam, Nordsudan bei ihrem Sklavenhalter zurück.

Ayel Akot Bol gebar einen Sohn vom Sklavenhalter CSI  

Ayel Akot Bol, 37-jährig: Erhielt Messerstiche in die Brust. Von Gruppe vergewaltigt. Gebar einen Sohn vom Sklavenhalter. Mit dem Tod bedroht. Unter Zwang zum Islam konvertiert. An den Genitalien verstümmelt. In Fatma umbenannt. Oft geschlagen. Rassistisch und religiös beschimpft. Zu Arbeit ohne Bezahlung gezwungen. Ließ ein Kind in Tabun, Nordsudan zurück.

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit!“

Sudans Regierung stellte die Sklavenraubzüge ein, als sie im Jahr 2005 das Friedensabkommen unterzeichnete. Doch im Friedensabkommen waren keine Maßnahmen vorgesehen, die die Befreiung und Rückführung von Sklaven ermöglicht hätte. Gemäß einem Sprecher der sudanesischen Regierung, James Aguer Alic, verbleiben über 35 000 südsudanesische Sklaven in der Gewalt ihrer Sklavenhalter im Norden.

„Die fortgesetzte Versklavung von schwarzafrikanischen Südsudanesen im Nordsudan sowie die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber dieser Praxis, die als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gilt, sind mit über neun Punkten auf der Richter-Skala moralisch verwerflichen Verhaltens zu bewerten“, sagte Ellen Ratner, Leiterin von Talk Radio News im Weißen Haus.

Tony Sayegh fügte hinzu: „Die Welt kann die menschliche Tragödie im Sudan nicht länger leugnen, weil sie mit Sklaverei zu tun hat. Jetzt ist der Zeitpunkt, um unsere Haltung und Politik gegenüber der brutalen Praxis des Nordens, Christen aus dem Süden zu versklaven, zu ändern.“

Rabbi Polak erinnerte daran, dass das jüdische Volk einst in Ägypten versklavt wurde. Angesichts des nahenden Pessach-Festes ermunterte er die befreiten Sklaven, regelmäßig für ihre Befreiung zu danken.


Print-Version 

Ähnliche Themen (4/44)

Sudan
“Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.”
gw. Unter den Opfern von Verfolgung und religiöser Intoleranz sind viele, die Jesus wohl zu den “Geringsten” gezählt hätte. Es sind Hungrige und Durstige, Fremde und Obdachlose, Kranke und Versklavte. Solchen Menschen beizustehen ist die erste und notwendigste Aufgabe von CSI.
Sudan
Werden wir morgen noch leben?
Maria und ihre zwei Kinder kämpfen täglich ums nackte Überleben. Ein zermürbender und Kräfte raubender Kampf, der für sie kein Ende zu nehmen scheint. Da ist die Hilfe von CSI wie ein befreiender Lichtblick im Dunkel des Alltags.
Sudan
Kranksein im afrikanischen Busch
Das Gesundheitswesen im Südsudan liegt vier Jahre nach Friedensschluss immer noch im Argen. Die CSI-Klinik von Dr. Luka Deng schenkt jedoch Hoffnung.
Sudan
Video-Bericht von der neusten Sklavenbefreiung
Gunnar Wiebalck berichtet vor Ort über die CSI-Befreiungs-Aktion
Alle anzeigen (44)

Neu in diesem Monat
CSI Aktuell Neu
CSI-Aktuell Archiv
CSI Aktuell 2014
CSI Aktuell 2013
CSI Aktuell 2012
CSI-Aktuell 2011
Glaubensverfolgte
Warum wir helfen
Völkermord
Weltweit
Christenverfolgung
Gebete f. verf Chris
Ägypten
Äthiopien
Algerien
Aserbaidschan
China
Deutschland
Europa
Indien
Indonesien
Irak
Iran
Kasachstan
Kuba
Libyen
Marokko
Naher Osten
Nigeria
Pakistan
Peru
Saudi-Arabien
Sri Lanka
Südsudan
Syrien
USA/Südsudan
Tansania/Sansibar
Türkei
Turkmenistan
Usbekistan
Vietnam
30 Jahre für Religi
Menschenrechtserkl.
Ferien/Religionsfr.
Protestaktionen
Notleidende Kinder
Warum wir helfen
Ägypten
Lettland
Peru_Lebensaufgabe
Nicaragua
Rumänien
Katastrophenhilfe
Warum wir helfen
Länderberichte
Malediven
Sudan
Indien
Medien
Aktuelle Berichte
Berichte 2008/09
CSI-Weltkarte
Europa
Asien West
Asien Ost
Afrika
Amerika
Erläuterungen
CSI-Newsletter
Handeln
Newsletter Info
Spenden
Protestieren
Gebetsanliegen d. Tages
Warum CSI?
Geschichte
International
Menschenrechte
Weitere CSI-Sites
Internationale Vertretung
CSI-Referate
H. Stückelberger
S. Falaki
Andere
Kontakt
Adressen / E-Mail
Spendenkonto

Site-Suche

Irak
Muslim wider Willen

CSI ist eine christliche Menschenrechtsorganisation
für Religionsfreiheit
und Menschenwürde.