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Kann man denn das für alle Länder so generell sagen? Bringen die Aufstände in Syrien ebenfalls Schwierigkeiten, in andern Worten: Ist Assad besser als seine Nachfolger?
Die Diktatoren, die an der Macht waren, waren schrecklich. Niemand von uns hätte in Syrien, Ägypten, Libyen oder Tunesien leben wollen. Dort war keine Freiheit, es herrschte überall Repression. Selbst Staaten, die weniger schlimm scheinen – Jordanien, Bahrain – auch sie sind Polizeistaaten. Diese Diktatoren hatten jedoch immerhin die Kontrolle über das Geschehen […]. Aber jetzt sind die Polizeistaaten verschwunden oder geschwächt; in diesem Machtvakuum kann viel Schlimmeres entstehen: extremistische Gefühle, Bürgerkrieg, Bedrohung für das Ausland. Die Situation ist vergleichbar mit dem Schah und Khomeini im Iran. Ich hätte den Schah Khomeini vorgezogen und ich hätte auch Mubarak seinen Nachfolgern vorgezogen. Bis zu einem gewissen Grad würde ich auch Assad seinen Nachfolgern vorziehen, aber weil Assad mit dem Iran verbunden ist, bin ich glücklich, wenn er zurücktritt. Es gibt jedoch große Gefahren.
Sie waren nicht gegen den Einmarsch von US-Truppen in den Irak und in Afghanistan, aber was Syrien betrifft, plädieren Sie für Zurückhaltung. Was ist anders in Syrien?
Zunächst: Ich war zwar nicht dagegen, die Regimes der Taliban und Saddam Husseins militärisch zu stürzen. Dennoch habe ich die Einsätze kritisiert: Ich war dagegen, riesige Geldsummen auszugeben, um aus ihnen Staaten "nach unsrem Bilde" zu machen. In den USA verglich man die Situation mit Deutschland und Japan 1945 und bildete sich ein, "wenn es uns dort gelang, wird es uns auch hier gelingen." Vielleicht. Aber die Umstände waren ziemlich anders und Afghanistan und Irak waren nicht wie Deutschland und Japan. Also ich war dagegen. […]
Was Syrien betrifft: Ich bin vorsichtig. Ich glaube nicht, dass wir uns von unsren Gefühlen leiten lassen sollten, von Bildern von Angriffen auf die Zivilbevölkerung. Ich glaube, dass wir als große Nation unsere Streitkräfte strategisch einsetzen sollen. […] "In Syrien leiden Menschen, wir müssen ihnen helfen", das ist nicht die richtige Grundlage für unsere Reaktion.
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