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Peru 

Lebensaufgabe statt Leben aufgeben

Kommt man in die Slumgebiete von Lima, spürt man sofort die erdrückende Last, die die Bewohner zu tragen haben. Die erbärmlichen Lebensverhältnisse und der täglich neue Kampf ums Überleben ersticken jegliche Hoffnung auf Veränderung.

bd. Die von CSI gegründete Organisation INTSOL hilft Slumbewohnern, aus dem Teufelskreis von Resignation und Armut auszubrechen. “Wir begleiten Menschen zielgerichtet. Gemeinsam mit uns lernen sie, dass sie wertvoll, begabt und in der Lage sind, einen Unterschied zu machen”, berichtet die Psychologin Ana Mendoza, die INTSOL leitet. Anlässlich eines Projektbesuchs im April 2010 konnten wir uns erneut überzeugen, wie sich das Leben von Einzelnen, Familien und ganzen Vierteln durch dieses Engagement grundlegend verbessert.

Das Leben im Slum

Anita im Hinterhof ihres Hauses CSI  

Im Slumgebiet Huaycán treffen wir Anita (37). Sie erzählt aus ihrem Leben. “Mit 14 Jahren verließ ich mein Heimatdorf wegen der drückenden Armut und der ständigen Angst vor Überfällen durch die unheimliche Terrororganisation “Leuchtender Pfad” und die Armee. So ging ich nach Lima und arbeitete in der Stadt als Hausangestellte. Später heiratete ich und zog zu meinem Mann nach Huaycán.”

Huaycán, ein völlig verarmtes Gebiet mit über 160’000 Einwohnern, ist eines der vielen Slums von Lima. Lima ist eigentlich eine eindrucksvolle Metropole. Doch der überwiegende Teil der über acht Millionen Einwohner lebt immer noch in den Slums, die sich am Stadtrand gebildet haben. Anita gehört zu den Menschen, die in den 80er und 90er Jahren vor dem Terror in die Anden flohen und bis heute von dieser grauenvollen Zeit geprägt sind. Sie sind mit Bomben, willkürlichen Verhaftungen und dem Anblick von Leichen auf der Straße aufgewachsen. Entsprechend beherrschen Misstrauen und Angst bis heute das Zusammenleben in den Slums.

Die inneren Barrieren überwinden

INTSOL- und CSI-Mitarbeiter besuchen Anita CSI  

INTSOL begegnet den Menschen dort, wo sie durch Angst, Resignation und Perspektivlosigkeit gelähmt sind. Ausgerüstet mit fundiertem Fachwissen und einem Herz für die ausgegrenzten Slumbewohner sind die derzeit 18 Mitarbeiter in verschiedenen Slumgebieten präsent.

Sie begleiten die Menschen mit großer Hingabe durch persönliche Gespräche und Workshops. Sie vermitteln Wertschätzung und unterstützen sie, so dass sie nach und nach aus eigener Kraft ihre Lebensumstände verbessern und sogar anderen helfen können.

So erging es auch Anita: “Ich kam durch ein Kinderernährungsprogramm bei uns im Viertel mit INTSOL in Kontakt. Diese Menschen waren so anders. Sie nahmen sich Zeit, hörten mir zu und ermutigten mich.” In persönlichen Gesprächen konnte sie über ihre schweren Erlebnisse, ihre Ängste und Sorgen reden und wertvolle Hilfe von den psychologisch geschulten INTSOL-Mitarbeitern erfahren. Bald begann Anitas Selbstwertgefühl zu wachsen und sie wollte im Ernährungsprogramm mithelfen.

Anita auf einem neuen Weg

Hinter dem Haus von Anita CSI  

INTSOL brachte Anita gezielt mit anderen Menschen aus ihrer Umgebung in Kontakt. So entdeckte sie, dass auch ihre Nachbarinnen und Nachbarn mit ähnlichen Ängsten und Problemen zu kämpfen hatten. Sie war also nicht allein.

Anita begann, Workshops von INTSOL zu besuchen, bei denen Themen wie Hygiene, Gesundheit und Ernährung unterrichtet wurden. Mit viel Freude konnte sie das Gelernte bei sich zuhause umsetzen.

Dies begeisterte sie so, dass sie sich in einem anderen INTSOL-Kurs zur ehrenamtlichen “Ernährungs- und Hygieneberaterin” ausbilden ließ. Zu ihren Aufgaben gehört es nun, Familien im Viertel zu besuchen und im Bereich Ernährung, Gesundheit und Hygiene zu beraten. Die alte Angst musste der Freude weichen, die sich im Miteinander mit den Mitmenschen einstellte. Das Gelernte weiterzugeben und andere zu ermutigen, gab ihrem Leben einen neuen Sinn.

Anita machte weitere Fortschritte. Mit INTSOL lernte sie, wie sie sich bei der Stadtverwaltung von Lima gezielt für ihr Viertel einsetzen kann. Zusammen mit anderen Bewohnern erreichte sie in den letzten Jahren, dass rudimentäre Straßenbeleuchtungen, ein Wassertank, ein einfaches Abwassersystem, eine Abfallentsorgung und eine Buslinie eingerichtet wurden. So hat die einst verschüchterte und ängstliche Frau mitgeholfen, die Lebensumstände in ihrem Viertel nachhaltig zu verbessern. Im Alltag des Slums ist sie heute eine Quelle der Ermutigung für andere geworden.

“Dank INTSOL fühle ich mich gestärkt und ernst genommen. Ich habe neues Selbstvertrauen gewonnen und eine neue Lebensperspektive erhalten. Dieses Glück möchte ich gerne anderen weitergeben”, sagte Anita am Ende unseres Besuchs mit strahlenden Augen.


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