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Peru 

Slumbewohner werden aktiv

Resiña baut eine Mauer. Sie soll verhindern, dass ihre Siedlung bei Regen weggeschwemmt wird.

iw/bd. Resiña Zelaya Chamarro (39) steht in einem ausgetrockneten Flussbett. «Wenn es oben in den Anden regnet, entsteht hier schnell ein reißender Fluss. Dieser unterspült den Abhang unseres Viertels. Bei einem Erdrutsch würden viele von uns ihr bescheidenes Zuhause verlieren.»

Wir befinden uns im Slum Huaycán. Resiña ist Mitglied im Bezirksvorstand. Sie setzt sich für ihre Mitbewohner ein. Stolz berichtet sie vom fließenden Wasser und dem Abwassersystem, das bereits eingerichtet werden konnte. Weitere Projekte sollen folgen.

«Es gibt noch viel zu tun», sagt Resiña. «Aber ich bin sehr dankbar, ein Teil dieser wunderbaren Entwicklung sein zu dürfen. Ich bin motiviert, mit meinem Engagement weiterzumachen und mich für eine bessere Zukunft unserer Leute einzusetzen.»

Resiña setzt sich aktiv beim Aufbau der Stützmauer ein CSI  

Einsatz trotz schwerer Lasten

Unter den von Armut gebeugten Slumbewohnern fällt die engagierte Resiña auf. Sie arbeitet mit dem von CSI gegründeten Verein Intsol (Integración y Solidaridad) zusammen. Aus der einst schüchternen Frau ist dabei eine selbstsichere und starke Persönlichkeit geworden. Das, obwohl auch sie schwere Lasten zu tragen hat.

Resiña wuchs im Zentralgebirge (Cerro de Pasco) in großer Armut auf. Ihre Mutter starb, als sie erst acht Jahre alt war. Resiñas Vater war Alkoholiker, gewalttätig und kümmerte sich nicht um seine Kinder. So wurde Resiña von ihrem Bruder großgezogen.

Resiña und ihre drei Kinder CSI  

Mit 26 Jahren ging sie nach Lima in der Hoffnung, dass sich ihre Situation verbessern würde und sie in Sicherheit leben könnte.

Hier lebt Resiña nun mit ihrem Mann Juan Huayllallanca (42) und den gemeinsamen Kindern Maria (12), Cristian (7) und Andrea (5). Juan übernimmt kaum Verantwortung. Er bringt unregelmäsßig etwas Geld nach Hause. So liegt der Unterhalt der Familie fast vollständig auf Resiñas Schultern. Nur mit harter Arbeit als Wäscherin und Putzfrau gelingt es ihr, die Familie zu versorgen.

Erfolgreiche Aufbauarbeit

Nichtsdestoweniger setzt sich Resiña weiter für ihre Mitbewohner ein. Durch den Einsatz von Intsol ist ein Prozess des Umdenkens in Gang gekommen. Viele Menschen haben ihre Gaben neu entdeckt und setzen sich engagiert für das Wohl ihres Bezirks ein. In ihrem sonst trostlosen Alltag ohne Zukunft ermutigt der sichtliche Erfolg sie sehr und schenkt ihnen neue Hoffnung.

Aus dem ehemals korrupten Bezirksvorstand ist ein geachtetes Gremium geworden. Jeder Dorfbewohner sieht es: Das Geld fließt nicht mehr in die eigenen Taschen, sondern wird für alle eingesetzt. Intsol hat einen Neuerungsprozess eingeleitet, der die ganze Siedlung erfasst hat.

Resiña freut sich: «Als Vorstandsmitglied konnte ich schon viel zur Verbesserung beitragen. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Behörden haben wir endlich die Bewilligung erhalten, eine Stützmauer zu bauen. Die Bedrohung des Viertels durch Erdrutsche ist damit gebannt.»

Resiña träumt von weiteren Projekten: von Straßen mit Trottoirs, vom Anschluss ans Stromnetz und an den öffentlichen Verkehr. Mehrere Anträgeliegen den Behörden bereits vor. Das sei der CSI-Partnerorganisation Intsol zu verdanken: «Die Intsol-Mitarbeiter zeigen uns, was für Möglichkeiten und Rechte wir als Vorstand haben und wie wir diese bei den Behörden geltend machen können.»

Integración y Solidaridad

Mit dem von CSI gegründeten Verein Integración y Solidaridad (Intsol) sind wir seit über 18 Jahren in Limas Slums tätig. Wir helfen den Opfern des Bürgerkriegs der 1980er Jahre. Zwanzig Psychologen und Soziologen betreuen die oft noch heute traumatisierten Slumbewohner und beraten sie bei der Bewältigung ihres Alltags. Sie schulen sie in Ernährung, Hygiene, Dorfaufbau, Kindererziehung und Konfliktbewältigung.


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