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Nigeria

Geographische Angaben

Fläche

923'768 km²
2,6 mal so groß wie Deutschland (357'023 km²)

Einwohner

129,9 Mio
(Deutschland: 82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

141 Einwohner/km²
(Deutschland: 231)

Bruttosozialprodukt

377 EUR
81 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

49%

     Katholiken

12%

     Protestanten

26%

     andere Christen

11%

Muslime

45%

Sonstige

  6%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Teilweise schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Nigeria 

Land-Info 

Unterschriften gegen Untätigkeit der Regierung


Freitag, 28. September 2012

Die islamistische Bewegung Boko Haram terrorisiert das Land.

Islamisten verüben Anschläge gegen Christen, Behörden und moderate Muslime. Wir sammeln zusammen mit Partnerwerken möglichst viele Unterschriften, um dem Präsidenten unsere Besorgnis auszudrücken und ein Ende der Gewalt zu fordern.

CSI hilft Terroropfern, hier die 29-jährige Witwe Armar Jeremia, Mutter von zwei Kindern CSI  

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram verbreitet Angst und Schrecken. Für die meisten Anschläge in Nigeria ist sie verantwortlich. Wenn gewiss auch Missstände wie ethnische Rivalitäten, Korruption, Arbeitslosigkeit oder Streitigkeiten um Land und um natürliche Ressourcen eine Rolle spielen, so ist doch diese Gewalt primär auf religiöse Faktoren zurückzuführen. Ein Hinweis darauf ist etwa die Videobotschaft der Boko Haram an Nigerias Präsidenten Goodluck Jonathan. Dieser ist Christ. Boko Haram forderte ihn am 10. August ultimativ auf, Muslim zu werden oder sein Amt einem Muslim zur Verfügung zu stellen. Tags darauf töteten die Extremisten in der Stadt Okene 19 Christen, die sich zu einer Bibelstunde getroffen hatten.

Boko Haram will Scharia

Seit dem Jahr 2000 gelang es den Islamisten, in zwölf der 36 nigerianischen Bundesstaaten die Scharia (islamische Gesetzgebung) durchzusetzen. Vorrangiges Ziel ist jetzt die Zwangsislamisierung der Nichtmuslime in Nigerias Norden, wo mehrheitlich Muslime wohnen. Fernziel ist jedoch ein islamistisches Nigeria, in dem auch der ganze Süden der Scharia unterworfen ist (vorwiegend von Christen und Animisten bewohnt).

Boko Haram bezeichnet sich selber als nigerianische Taliban und unterhält Kontakte zu den islamistischen Al-Shabab-Milizen in Somalia und dem islamistischen Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Bewegung Boko Haram wurde zwar erst 2002 gegründet. Aber schon vorher verübten Islamisten wiederholt Anschläge gegen Christen, moderate Muslime und gegen Polizei und Behörden. Nach der Ermordung ihres Gründers Muhammad Jusuf im Juli 2009 eskalierte die Gewalt. Seither sind über 1000 Menschen getötet worden.

Täter müssen bestraft werden

Die Eskalation der Lage beunruhigt uns zutiefst. Wir fordern Nigerias Behörden auf, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Dazu gehört unbedingt auch die Strafverfolgung der Täter. Bis heute werden islamistische Attentäter kaum zur Rechenschaft gezogen, was in deren Augen wie ein Freibrief für weitere Gewalttaten scheinen muss.

Zusammen mit Partnerorganisationen sammeln wir möglichst viele Unterschriften. Diese sollen am Menschenrechtstag, dem 10. Dezember 2012, der nigerianischen Botschaft übergeben werden. Mit den Unterschriften soll der nigerianische Präsident in die Lage versetzt werden, den politischen Kräften im eigenen Land klarzumachen, dass das internationale Prestige des ressourcenreichen Nigerias erheblichen Schaden erleiden könnte, wenn die Gewalt nicht eingedämmt wird.

Autor: Max-Peter Stüssi
Quellen: Assist News Service | Human Rights Watch


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