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Iran

Geographische Angaben

Fläche

1'648'000 km²
4,6 mal so groß wie Deutschland (357'023 km²)

Einwohner

64,5 Mio
(Deutschland: 82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

39 Einwohner/km²
5,9 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

2'184 EUR
14 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  0.5%

Muslime

99%

Sonstige

  0.5%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Iran 

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Zwei Jahre Apostat – jetzt plötzlich Vergewaltiger


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Pastor Yousef Nadarkhani befindet sich seit Oktober 2009 im Gefängnis. Der Christ wurde im Iran zum Tod verurteilt, weil er vom "wahren Glauben" – dem Islam – abgefallen sei. Dieses Todesurteil löste enorme internationale Proteste namentlich der USA und der EU aus. Nun scheint der Iran die Strategie zu ändern.

Die iranische halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars verbreitete kürzlich die Nachricht, Yousef Nadarkhani sei wegen Vergewaltigung und Erpressung verurteilt worden. Dabei lautete die Anklage bisher auf Apostasie, das heißt auf Abkehr vom islamischen Glauben. Falls die Meldung stimmt, wäre das Abrücken vom Todesurteil wegen Apostasie auch dem internationalen Druck zu verdanken, den zahlreiche Organisationen (unter ihnen CSI) und Staaten auf die iranischen Behörden ausüben. Dieser Druck hat sich in den letzten Wochen noch intensiviert.

Seit Oktober 2009 im Gefängnis

Pastor Yousef Nadarkhani MVM  

 
Seit etwa zehn Jahren war der vom Islam zum Christentum übergetretene Nadarkhani als Pastor in der Hauskirchenbewegung aktiv. Bereits im Dezember 2006 saß er wegen Verbreitung des christlichen Glaubens eine Zeitlang im Gefängnis. Im Oktober 2009 wurde er erneut festgenommen – und seither nicht mehr freigelassen. Er hatte damals bei den iranischen Behörden dagegen protestiert, dass seine beiden Kinder den islamischen Schulunterricht besuchen mussten. Zunächst hatte die Anklage gegen ihn auf Protest gegen die Staatsgewalt gelautet. Doch später wurden die erheblich schwerwiegenderen Vorwürfe des Glaubensabfalls und der Evangelisationstätigkeit erhoben.

Die iranischen Behörden übten starken Druck auf Nadarkhani aus, zum Islam zurückzukehren, und versuchten ihn einzuschüchtern: Seine Frau, Fatimeh Rasindedih, wurde im Juni 2010 ebenfalls vier Monate inhaftiert. Sein Anwalt, Mohammed Ali Dadkhah, wurde später (im Juli 2011) wegen Handlungen und Propaganda gegen das islamische Regime zu neun Jahren Haft verurteilt und erhielt ein 10-jähriges Berufsverbot.

Pastor Yousef Nadarkhani mit mit seinen beiden Buben pt  

An den Galgen wegen Abfall vom Islam

Im September 2010 wurde der zweifache Familienvater Nadarkhani in seiner Heimatprovinz Gilan zum Tod verurteilt (schriftliche Eröffnung erst im November 2010). Nadarkhani wandte sich ans Oberste Gericht. Im Juni 2011 bestätigte dieses das Todesurteil, allerdings unter dem Vorbehalt, dass Nadarkhani zwischen 15 und 19 Jahren kein Muslim gewesen sei. Mit 15 wird man gemäß islamischem Gesetz volljährig, mit 19 konvertierte Nadarkhani zum Christentum. Überprüft werden sollte durch Befragung von Personen in seinem Umfeld, ob Nadarkhani als Volljähriger als Muslim gelebt hatte. Dafür wies das Oberste Gericht das Dossier an die Gerichtsbehörden in Gilan zurück.

Neue Anklage erfunden

Pastor Yousef Nadarkhani mit seiner Frau pt  

Vor Gericht konnte der 34-jährige Nadarkhani Ende September 2011 beweisen, dass er nie überzeugter Muslim gewesen war. Dennoch besteht das Gericht auf seiner Konversion zum Islam für einen Freispruch. Schließlich habe er muslimische Vorfahren. Pastor Nadarkhani hält jedoch an seinem christlichen Glauben fest: "Gemäß Gottes Wort müssen wir erwarten, dass wir für ihn Schwierigkeiten und Verachtung erleiden müssen. Unser christliches Bekenntnis ist inakzeptabel, wenn wir diese Aussage ignorieren, wenn wir im Leiden nicht Gottes Geduld zeigen."

Wir riefen bereits im Oktober 2010 und im Februar 2011 zur Protestkartenaktion auf. Zahlreiche Organisationen taten das ebenfalls und auch einflussreiche Regierungsmitglieder wie zum Beispiel die US-Außenministerin Hillary Clinton intervenierten scharf.

Bisher schien alles ergebnislos. Falls die Anklage nun aber tatsächlich vom Vorwurf der Apostasie abweicht, ist dies ein Zeichen, dass selbst dem iranischen Regime die Reaktionen aus dem Ausland nicht völlig gleichgültig sind.

Gemeinsam für Freiheit

Wir rufen erneut zum Protest auf. Es darf nicht sein, dass Menschen wegen ihres Glaubens im Gefängnis sitzen. Pastor Nadarkhani ist seit Jahren unschuldig in Haft und muss zudem täglich um sein Leben fürchten. Wir verlangen, dass alle Anklagepunkte fallengelassen werden und Nadarkhani endlich freikommt. Bitte appellieren Sie mit uns an den iranischen Obersten Rechtsgelehrten Ayatollah Sayed Ali Khamenei! Sie können Ihre Solidarität zudem mit dem Beitritt zur Facebook-Gruppe zeigen, die Nadarkhanis Freilassung verlangt. Ihr gehören bereits über 11 000 Mitglieder an.

 
Quellen: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, FoxNews, Mohabat News, Worthy News

Externe Links

 Kritische Fragen von Mohabat News  (Englisch)


 Urteil des Obersten Gerichts 
(Englisch, inoffizielle Übersetzung)

 Nadarkhani-Facebook-Gruppe 


Print-Version 

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