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Schweiz

Geographische Angaben

Fläche

41'285 km²
9 mal kleiner als Deutschland (357'023 km²)

Einwohner

7,3 Mio
11 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

177 Einwohner/km²
(Deutschland: 231)

Bruttosozialprodukt

49'829 EUR
(Deutschland: 30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

81.9%

     Katholiken

41.8%

     Protestanten

35.3%

     Orthodoxe

  1.8%

     andere Christen

  3%

Muslime

  4.3%

Juden

  0.2%

Sonstige

  2.6%

Keine

11%

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Westen muss Minderheiten im Nahen Osten schützen


Dienstag, 30. Oktober 2012

Fällt der ganze Nahe Osten in die Hände von Islamisten? Um dies zu verhindern, muss der Westen von seiner bisherigen Politik abrücken, sagt der libanesische Historiker Dr. Habib Malik, Dozent an der amerikanisch-libanesischen Universität in Byblos, Libanon.

Dr. Habib Malik CSI  

«Wenn Islamisten die arabische Welt einnehmen, während Sie schlafen, sind Sie die Leidtragenden», sagte der libanesische Historiker und Christ Dr. Habib Malik an einer CSI-Veranstaltung im Juni 2012. Es kämen dann nämlich viele in den Westen, die nicht unter den Islamisten leben wollen. Zudem würde der Terrorismus ein bisher unbekanntes Ausmaß annehmen.

Islamisten schüchtern ein

Der sogenannte arabische Frühling entwickle sich genau in diese Richtung. Malik befürchtet, dass sich in den meisten Ländern im Nahen Osten islamistische Parteien durchsetzen, da diese besser organisiert sind als die liberalen Kräfte und von Saudi-Arabien und Katar finanziell stark unterstützt werden. «Militante islamistische Gruppen» haben die liberalen Träger der Revolution abgelöst. Natürlich gibt es moderate Sunniten, präzisiert Malik. Sie seien jedoch schwach und schnell zum Verstummen gebracht: «Es braucht nur eine Handvoll Ex­tremisten, um jeden einzuschüchtern.»

«Arabischer Albtraum»

Viele Christen haben Angst vor den drohenden Veränderungen, erklärt Malik. Auch unter den Diktatoren waren sie den Muslimen nicht gleichgestellt (Dhimmi-Status), aber der Rechtsentzug war berechenbar. Nun von einem arabischen Frühling zu sprechen, sei für viele Christen «ein schlechter Witz», für sie sei es eher ein arabischer Albtraum. Die Situation für Christen droht sich erheblich zu verschlechtern. Und unter den Islamisten hat ein friedliches Nebeneinander der Religionen keine Zukunft.

Das sollte der Westen tun

Laut Malik misstrauen viele Christen im Nahen Osten dem Westen. Und sie haben allen Grund dazu. Der Westen hat – soweit ersichtlich – bisher keine nennenswerten Maßnahmen zum Schutz von Christen und anderen Minderheiten ergriffen. Es fehlt offensichtlich an echtem politischen Interesse. Der Exodus der Christen aus dem Irak ist ein tragisches Beispiel dafür: Hunderttausende Christen sind seit dem Einmarsch der Amerikaner 2003 geflüchtet – ein Armutszeugnis für die USA und zugleich ein deutliches Signal, dass die Vertreibung und Ermordung der religiösen Minderheiten als «Kollateralschäden» in Kauf genommen werden. Der Westen setzt sich zwar dafür ein, dass die Diktatoren verschwinden, verschiebt aber dann ein Eingreifen, bis es zu spät ist – und die religiösen Minderheiten stehen in der Schusslinie. Dabei könnten gerade die einheimischen Christen eine wichtige Rolle spielen, um in der muslimischen Gesellschaft glaubhaft für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde zu werben. Deshalb kann die Unterstützung von Christen vor Ort langfristig von großer Bedeutung sein. Malik legt klar dar, wofür sich der Westen einsetzen sollte.


Iran und Russland müssen in die Lösung des Syrien­konflikts miteinbezogen wer­den. Der schiitische Iran sei nämlich wichtig als Gegengewicht zum islamistisch-sunnitischen Saudi-Arabien. Natürlich sei es auch ihm unwohl mit der schiitischen Hisbollah. Aber man könne nun mal nur zwischen dem Schlechten und dem noch Schlechteren wählen. Nur 15 % aller Muslime seien Schiiten und diese – so Malik - lassen die Tür offen für eine liberale Koraninterpretation. Dagegen sind die vier großen sunnitischen Rechtsschulen sehr strikt in ihrer Auslegung des Korans. Gegenüber Reformen haben sie sich bisher verschlossen.


Saudi-Arabien und Katar dürfen die Islamisten in anderen Ländern nicht mehr unterstützen. Die «Vergiftung der Region» sei zu einem großen Teil Saudi-Arabiens Schuld. Leider verweigert der Westen wegen des Öls ein entschiedenes Vorgehen gegen die islamistischen Golfstaaten.


Der Westen muss die noch bestehende Freiheit schüt­zen und darauf aufbauen. Mit der Forderung nach Demokratie sei es nicht getan. «Es braucht nicht einfach nur die Mitbestimmung des Volkes, sondern auch einen Rechtsstaat und Minderheitenrechte.»

Hier ist noch viel Unterstützungsarbeit nötig. CSI wird sich daher auch weiter dafür einsetzen, dass die bedrohten christlichen Minderheiten in der Region eine Stimme bekommen.

Autor: Adrian Hartmann

Dr. Habib Malik am 12. Juni 2012 im Glockenhof, Zürich CSI  


Vortragsreihe


Wir führen eine Vortragsreihe zur Zukunft religiöser Minderheiten im Nahen Osten durch. Bisher organisierten wir Anlässe mit Daniel Pipes, Taner Akçam und Habib Malik.


Infos und Videos auf  http://www.formime.ch  


n  Auch die weiteren Anlässe finden auf Englisch statt, eine Übersetzung ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

Nächster Anlass
Mittwoch | 28. November | 18.00 Uhr
The Muslim Brotherhood, the Salafists and the fate of religious minorities in Egypt
Dr. Mariz Tadros  http://www.ids.ac.uk/idsperson/mariz-tadros 


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