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Laut Malik misstrauen viele Christen im Nahen Osten dem Westen. Und sie haben allen Grund dazu. Der Westen hat – soweit ersichtlich – bisher keine nennenswerten Maßnahmen zum Schutz von Christen und anderen Minderheiten ergriffen. Es fehlt offensichtlich an echtem politischen Interesse. Der Exodus der Christen aus dem Irak ist ein tragisches Beispiel dafür: Hunderttausende Christen sind seit dem Einmarsch der Amerikaner 2003 geflüchtet – ein Armutszeugnis für die USA und zugleich ein deutliches Signal, dass die Vertreibung und Ermordung der religiösen Minderheiten als «Kollateralschäden» in Kauf genommen werden. Der Westen setzt sich zwar dafür ein, dass die Diktatoren verschwinden, verschiebt aber dann ein Eingreifen, bis es zu spät ist – und die religiösen Minderheiten stehen in der Schusslinie. Dabei könnten gerade die einheimischen Christen eine wichtige Rolle spielen, um in der muslimischen Gesellschaft glaubhaft für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde zu werben. Deshalb kann die Unterstützung von Christen vor Ort langfristig von großer Bedeutung sein. Malik legt klar dar, wofür sich der Westen einsetzen sollte.
Iran und Russland müssen in die Lösung des Syrienkonflikts miteinbezogen werden. Der schiitische Iran sei nämlich wichtig als Gegengewicht zum islamistisch-sunnitischen Saudi-Arabien. Natürlich sei es auch ihm unwohl mit der schiitischen Hisbollah. Aber man könne nun mal nur zwischen dem Schlechten und dem noch Schlechteren wählen. Nur 15 % aller Muslime seien Schiiten und diese – so Malik - lassen die Tür offen für eine liberale Koraninterpretation. Dagegen sind die vier großen sunnitischen Rechtsschulen sehr strikt in ihrer Auslegung des Korans. Gegenüber Reformen haben sie sich bisher verschlossen.
Saudi-Arabien und Katar dürfen die Islamisten in anderen Ländern nicht mehr unterstützen. Die «Vergiftung der Region» sei zu einem großen Teil Saudi-Arabiens Schuld. Leider verweigert der Westen wegen des Öls ein entschiedenes Vorgehen gegen die islamistischen Golfstaaten.
Der Westen muss die noch bestehende Freiheit schützen und darauf aufbauen. Mit der Forderung nach Demokratie sei es nicht getan. «Es braucht nicht einfach nur die Mitbestimmung des Volkes, sondern auch einen Rechtsstaat und Minderheitenrechte.»
Hier ist noch viel Unterstützungsarbeit nötig. CSI wird sich daher auch weiter dafür einsetzen, dass die bedrohten christlichen Minderheiten in der Region eine Stimme bekommen.
Autor: Adrian Hartmann |
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