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Schweiz

Geographische Angaben

Fläche

41'285 km²
9 mal kleiner als Deutschland (357'023 km²)

Einwohner

7,3 Mio
11 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

177 Einwohner/km²
(Deutschland: 231)

Bruttosozialprodukt

49'829 EUR
(Deutschland: 30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

81.9%

     Katholiken

41.8%

     Protestanten

35.3%

     Orthodoxe

  1.8%

     andere Christen

  3%

Muslime

  4.3%

Juden

  0.2%

Sonstige

  2.6%

Keine

11%

Schweiz 

Land-Info 

Neues Buch über Christen in Ägypten in Bern und Basel vorgestellt


Donnerstag, 3. Mai 2012

Nach Straßenschlachten sofort am Ort; Begegnungen mit Opfern; Gespräche auf politischer Ebene – all dies erlebte Daniel Gerber im Mai 2011, als er das Land mit dem koptischen Menschenrechtler Medhat Klada bereiste. Er hat darüber ein Buch geschrieben. CSI unterstützte ihn dabei.


Auszug Buch Seite 11:
„Niemals werden die mich durchlassen“, schießt es mir durch den Kopf, denn hinter den Militärs spielen sich Szenen ab, die man nicht gerne öffentlich macht, und meine Gesichtszüge weisen mich eindeutig als Westler aus, der auch noch mit Laptop- und Kameratasche ausgerüstet ist. In Gedanken sehe ich mich bereits abgeführt, in Abschiebehaft und des Landes verwiesen. Doch schon sind wir durch eine der spärlichen Lücken zwischen den uns musternden Sicherheitskräften hindurchgeschlüpft und hasten durch die abgesperrte Zone, die noch vor wenigen Stunden ein Schlachtfeld gewesen ist. Mit eckigen Panzerwagen stehen weitere Einsatzkommandos der Polizei und der Armee bereit.

15 Tote bei Kirchenangriff – Daniel Gerber spricht mit Augenzeugen

Medhat Klada und Daniel Gerber in Basel CSI  

Daniel Gerber war am 8. Mai 2011 in Kairo bei der St.-Mina-Kirche, die in der Nacht abgebrannt worden war. Er sprach mit Augenzeugen. Im März stellte er sein neues Buch „Schicksalstage am Fuße der Pyramiden“ in den Brunnen-Buchhandlungen („Bibelpanorama“) in Bern und Basel vor. Er berichtete von persönlichen Begegnungen und las eindrückliche Stellen aus seinem Buch vor.


Auszug Buch Seite 12
Etliche Augenzeugen schildern das Geschehen: Ein Mob von Muslimen salafistischer Prägung hat in der Nacht gewütet. Eine Gruppe von Männern mit langen Bärten und weißen Gewändern war vor der Kirche aufmarschiert. Etliche Christen hatten sich zum Beten versammelt, als die Rotte ausfällig wurde. Bald stellten sich zahlreiche Kopten vor ihr Gotteshaus, um es zu schützen. Schüsse fielen, um sie davon abzubringen. Irgendwann griffen die Männer an. [...] Das Resultat des Angriffs: Fünfzehn Menschen starben, 230 wurden verletzt.

„Mariems Hände, Arme und Beine hatten verschiedene Farben von den Schlägen“

Mariem mit ihrer Familie dg  

Der Journalist Daniel Gerber hat schon mehrere Bücher geschrieben, die im Brunnen-Verlag publiziert wurden. In Kooperation mit Christian Solidarity International (CSI) schrieb er bereits das Buch über eine ehemalige Sklavin aus dem Südsudan „Fünfzehn Dollar für ein Leben“. In seinem neuen Buch „Schicksalstage am Fuße der Pyramiden“ ist nun Ägypten das Thema. Daniel Gerber hat dafür vor Ort recherchiert und dabei auch mit Frauen gesprochen, die entführt wurden. Leider blieb allzu oft nur das Gespräch mit den Angehörigen, da die jungen Frauen weiterhin gefangen gehalten werden. Daniel Gerber verarbeitet literarisch, was CSI in einem wissenschaftlichen Bericht anprangerte: Entführung, Zwangsverheiratung und Zwangsislamisierung von jungen Koptinnen. Der Bericht vom November 2009 ist weiterhin erhältlich (Link unten). Zurzeit arbeiten wir an einem aktualisierten Bericht, der im Sommer auf Englisch erscheinen soll.

An den Autorenlesungen erzählte Daniel Gerber das Beispiel von Mariem. Er traf sie, zwei Monate nachdem sie gegen ein Lösegeld freigelassen worden war. Sie erzählte ihm ihre Geschichte. Im Folgenden der Buchauszug, wie Mariems Leidensgeschichte begann.

Die Katze sei erst wieder aufgetaucht, als Mariem freigelassen wurde dg  


Auszug Buch Seite 18
Mariem wollte gerade zur Toilette gehen. Leise erzählte sie: „Plötzlich stand ein kleines Mädchen vor mir. Es sagte, dass mich meine Verwandten hinter der Kirche treffen wollen. Ich wurde misstrauisch und hatte etwas Angst.“ Dann war das Kind wieder weg. Mit mulmigem Gefühl schaute Mariem dennoch nach, ob da tatsächlich jemand Bekanntes auf sie wartete.
Hinter der Kirche führte eine Straße vorbei, auf der ein schwarzer Jeep stand. Mariem sah niemanden, bekam es mit der Angst zu tun und wollte unverzüglich zurückgehen. Plötzlich sprangen in diesem Augenblick drei maskierte Männer aus dem Geländewagen heraus, alles ging viel zu schnell, und ehe die Unglückliche einen klaren Gedanken fassen konnte, hatte sie zeitweise bereits das Bewusstsein verloren. „Ein Spray zischte in mein Gesicht, und alles verschwamm.“ Sie wurde in den Wagen gezerrt, der umgehend davonschoss und in die unüberblickbare Blechlawine der überfüllten Straßen eintauchte.

Koptischer Menschenrechtler hört gute Worte – denen keine Taten folgen

Medhat Klada mit Innenminister Mansur el-Essaui in Kairo dg  

Der koptische Menschenrechtler Medhat Klada begleitete Daniel Gerber auf seinen Reisen und öffnete ihm die Türen zu vielen Opfern und sogar zum Innenminister. Medhat Klada war an den beiden Buchlesungen ebenfalls präsent und gab Hintergrundinfos über Ägypten weiter. Für Christen in Ägypten gebe es nur drei Möglichkeiten: konvertieren, Schutzgelder bezahlen oder Opfer der Gewalt werden. „Kopten heißt Ägypter. Es ist unser Land und trotzdem sind wir Bürger zweiter Klasse.“ Die Treffen mit Mitgliedern des Militärrats und mit dem Innenminister seien fruchtlos geblieben: „Wir hörten sehr gute Worte – und dabei blieb es.“

Bereits kurz nach dem Rücktritt Mubaraks äußerte sich Medhat Klada – in einem Interview mit Daniel Gerber vom 14. März 2011 – kritisch zum arabischen Frühling. Er sah bereits damals die Gefahr, die von der Muslimbruderschaft und den Fundamentalisten ausging. Dennoch sei er vor den Wahlen (2011/2012) „in jede Ecke Ägyptens“ gereist und habe Leute genötigt, wählen zu gehen. Die Wahlen seien jedoch gefälscht worden. Im ägyptischen Fernsehen seien schockierende Berichte aufgetaucht: Da hatte eine einzige Person zwanzig Identitätskarten oder aus einer Region mit 200 000 Wählerstimmen kamen eine halbe Million. Zudem seien die Islamisten von den Golfstaaten stark unterstützt worden. Mit diesem Geld hätten die Islamisten vor den Wahlen zum Beispiel einen großen Fleischverkauf veranstaltet, wo sie Fleisch zu einem Drittel des Normalpreises verkauft hätten.

Im neuen Buch sieht Medhat Klada ein wichtiges Mittel zur Aufklärung, was in Ägypten geschieht. Er will das Buch auf Arabisch übersetzen. „Der grosse Wert dieses Buches ist, dass es Licht wirft auf die Leiden eines ganzen Volkes und auf die Schmerzen, die sie immer erdulden müssen.“ Daniel Gerber werde – als Autor dieses Buchs – künftig wohl an der Einreise nach Ägypten gehindert, befürchtet Medhat Klada.

Zum Ägyptenbericht  

 Beitrag im Radio Life Channel 


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