|
|
|
Yousef Nadarkhani
|
|
|
Für Christen, die offen zu ihrem Glauben stehen, ist die Situation im Iran sehr problematisch. Sie erleben massive Verfolgung und Diskriminierung und werden in allen Belangen des öffentlichen Lebens unerbittlich ausgegrenzt. Der christlichen Bevölkerung, die auf 0,5 Prozent geschätzt wird, ist es strengstens untersagt, über ihren Glauben öffentlich zu sprechen und ihn zu praktizieren.
Darüber hinaus ist der christlichen Bevölkerung der Zugang zu öffentlichen Ämtern verwehrt. Wenn bekannt wird, dass sie Christen sind, verlieren sie in der Regel ihren Arbeitsplatz. Religionswächter bespitzeln konsequent die Gottesdienste. Gefahndet wird hauptsächlich nach Apostaten. Denn die iranische Rechtsordnung sieht für einen Muslim, der von seinem Glauben abfällt, die Todesstrafe vor. Apostaten müssen sich folglich im Verborgenen in Hausgemeinden treffen und gehen ein extrem hohes Risiko ein. Die Christen des Irans bestätigen, dass die Verschlechterung der Religionsfreiheit bereits 2004 mit dem Sieg konservativer Parteien begann. Im Juni 2005 folgte auf die Wahl Mahmud Ahmadinedschads zum Präsidenten eine neue Welle der Christenverfolgung. Seine umstrittene Wiederwahl im Juni 2009 löste landesweite Proteste aus. Die brutalen Reaktionen des Staates auf die zahlreichen Demonstrationen der Demokratiebewegung trafen auch die Christen äusserst hart. So sind im Zuge dieser Repression seit Januar 2010 gegen 30 Personen aufgrund ihres neuen Glaubens verhaftet worden. Viele wurden willkürlich und ohne ordentliches Verfahren verhaftet, ohne dass die Angehörigen wissen, wo sie sich befinden. Tausende andere leben in Angst. |
|