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Iran

Geographische Angaben

Fläche

1'648'000 km²
4,6 mal so groß wie Deutschland (357'023 km²)

Einwohner

64,5 Mio
(Deutschland: 82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

39 Einwohner/km²
5,9 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

2'184 EUR
14 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  0.5%

Muslime

99%

Sonstige

  0.5%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

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Auf die lange Bank geschoben


Dienstag, 3. April 2012

Warten auf den Tod?

Zweieinhalb Jahre steckt Pastor Yousef Nadarkhani schon im Gefängnis. Er wurde zum Tod verurteilt, weil er Christ ist.

Pastor Yousef Nadarkhani mit seinen Buben pt  

Seit etwa zehn Jahren war der iranische Christ Yousef Nadarkhani als Pastor in der Hauskirchenbewegung aktiv. Bereits im Dezember 2006 saß er wegen Verbreitung des christlichen Glaubens im Gefängnis. Im Oktober 2009 wurde er erneut festgenommen. Er hatte bei den Behörden dagegen protestiert, dass seine beiden Kinder den islamischen Schulunterricht besuchen mussten. Zunächst hatte die Anklage gegen ihn auf Protest gegen die Staatsgewalt gelautet.

Doch später wurden die erheblich schwerwiegenderen Vorwürfe des Glaubensabfalls und der Evangelisationstätigkeit erhoben.

Die iranischen Behörden übten starken Druck auf Nadarkhani aus, zum Islam «zurückzukehren», und versuchten ihn einzuschüchtern: Seine Frau, Fatimeh Rasindedih, wurde im Juni 2010 ebenfalls vier Monate inhaftiert.

An den Galgen!

Im September 2010 wurde der zweifache Familienvater Nadarkhani in seiner Heimatprovinz Gilan zum Tod verurteilt, weil er vom Islam zum Christentum konvertiert habe. Nadarkhani wandte sich ans Oberste Gericht. Im Juni 2011 bestätigte dieses das Todesurteil, allerdings unter dem Vorbehalt, dass Nadarkhani zwischen 15 und 19 Jahren praktizierender Muslim war. Mit 15 wird man gemäß islamischem Gesetz volljährig, mit 19 wurde Nadarkhani Christ. Das Oberste Gericht wies das Dossier zur Überprüfung an das Gericht von Gilan zurück.

Vor Gericht konnte der 34-jährige Nadarkhani Ende September 2011 nachweisen, dass er nie überzeugter Muslim gewesen war. Dennoch besteht das Gericht für einen Freispruch auf seiner Konversion zum Islam. Schließlich habe er muslimische Vorfahren. Pastor Nadarkhani hält jedoch an seinem christlichen Glauben fest: «Gemäß Gottes Wort müssen wir erwarten, dass wir für ihn Schwierigkeiten und Verachtung erleiden müssen.»

Bitte geben Sie nicht auf

Hier mit seiner Frau   

Wir riefen bereits dreimal zum Protest auf. Zahlreiche Organisationen taten das ebenfalls und auch einflussreiche Regierungsmitglieder intervenierten mit Nachdruck.

Die Proteste haben bisher leider nicht zur Freilassung von Yousef Nadarkhani geführt. Ein Entscheid war noch vor Weihnachten 2011 erwartet worden. Nadarkhanis Anwalt, Mohammed Ali Dadkah, erfuhr jedoch am 20. Dezember 2011 inoffiziell Folgendes: Irans Justizminister Ayatollah Sadegh Larijani habe das Gericht in Rasht angewiesen, mit einem Entscheid bis zu einem Jahr zu warten. Pastor Nadarkhani solle aber weiterhin im Gefängnis bleiben.

Der Anwalt glaubt, dass die iranische Regierung mit einer Inhaftierung Nadarkhanis auf unbestimmte Zeit ihr Gesicht wahren will und das Todesurteil nach einigen Monaten in eine leichtere Strafe umwandeln wird. Es gibt schlimmere Szenarien: Man könnte Nadarkhani mürbe machen wollen und hofft, dass er nach weiteren Monaten im Gefängnis dem christlichen Glauben abschwört. Es könnte auch sein, dass Nadarkhani hingerichtet wird, wenn sein Fall nicht mehr in den Schlagzeilen steht.

Autor: Adrian Hartmann
Quellen: Christian Solidarity International, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, FoxNews, Mohabat News, Worthy News, International Campaign for Human Rights


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