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Irak

Geographische Angaben

Fläche

438'317 km²
(Deutschland: 357'023 km²)

Einwohner

23,8 Mio
3 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

54 Einwohner/km²
4 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

3'868 EUR
8 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  4%

Muslime

95%

Sonstige

  1%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Irak 

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Liebe ist stärker als Gewalt

Inmitten von Leid und Tod halten Christen im Irak am Geheimnis des Lebens fest. Es ist die Liebe. CSI verteilte 870 Wintermäntel an die Verfolgten.

Said erhält seinen Wintermantel CSI  

gw. “Unser Kerosinofen gehört eigentlich ins Museum”, sagt Siham, die ganz in Schwarz gekleidete Lehrerin. Ihr Gesicht hellt sich einen Augenblick lang auf, da alle in der Runde über die Bemerkung lachen müssen. Wir halten unsere kalten Hände in die Nähe des kleinen verrussten Metallzylinders. Hier im Nordirak fallen die Temperaturen im Winter auf Werte unter Null, und vielen vertriebenen Christen fehlt oft das Notwendigste, um sich genügend wärmen zu können.

Ende letzten Jahres besuchten wir vertriebene irakische Christen und Waisenkinder in der Ninive-Ebene, um ihnen 870 Wintermäntel und Lebensmittel zu bringen. Die Leidensgeschichten, die wir bei unseren Besuchen zu hören bekommen, sind nichts für schwache Nerven.

Ein Kuss, der wehtut

Siham erteilt Sonntagsschule und leitet den Kirchenchor ihrer Gemeinde. Als wir ihre Geschichte hören, wird uns klar, warum sie Trauerkleidung trägt: “Mein Mann Naffa wurde am 28. August 2008 in Mosul umgebracht. Die Blumen auf seinem Grab waren noch nicht verwelkt, da kam mein Sohn Rayan an die Reihe”. Die Geschwister des Ermordeten mussten seinen Sarg tragen, denn niemand aus der Nachbarschaft wagte es, sich an der Beerdigung mit der betroffenen Familie zu zeigen. Sihams Enkelkind Said ist seit dem Tod des Vaters traumatisiert. “Said wacht nachts auf und weint. Auf der Straße umarmt und küsst er wildfremde Männer, sogar Polizisten, da er hofft, dass sie ihm den Vater zurückbringen.” Jetzt küsst der kleine Junge auch mich auf die Wange. Es ist ein Kuss, der wehtut.

“Nicht schießen, wir sind Christen!”

Es kam vor, dass Christen bei Schusswechseln von Amerikanern mit Saddams Gefolgsleuten auf tragische Weise ums Leben kamen. Vivian z.B. erlebte die Eroberung Bagdads durch US-Truppen aus nächster Nähe mit. Als ihre Familie im Auto flüchten wollte, schoss eine amerikanische Patrouille auf das Fahrzeug. Die Scheiben zersplitterten, Vivian verlor kurz das Bewusstsein. “Als ich wieder zu mir kam, sah ich, dass die Geschosse meiner Schwester beide Hände abgerissen hatten, mein Sohn Fayak auf dem Rücksitz war tot. Ich schrie den Soldaten zu: ‘Nicht schießen, wir sind Christen!’”. Als Vivian mit ihrer schwerverletzten Schwester das “Kindi”-Krankenhaus in Bagdad erreichte, war das Gebäude verlassen, ausgeraubt, keine Ärzte, keine Krankenschwestern, nichts. Schließlich waren es US-Soldaten, die die Schwerverletzte mit dem Hubschrauber in ein Militärkrankenhaus am Stadtrand von Bagdad brachten. Sie blieb sechs Wochen dort und überlebte.

Ein Jahr später folgte die nächste Tragödie: Unbekannte baten Vivians Sohn Rami, beim Anschieben eines Autos zu helfen. Arglos schob er mit – und landete unvermittelt als Gefangener im Kofferraum. Die Entführer verlangten 33 Millionen Dinar (ca.Euro 20’000.–) Lösegeld. Rami: “Sie zeigten mir Video-Filme ihrer Autobombenanschläge”. Der junge Mann kam frei. Später nahmen Männer, die sich als Geheimdienstagenten ausgaben, Vivians Mann Shawky mit. Er blieb verschwunden und ist höchstwahrscheinlich tot.

Gibt es Hoffnung?

In einem chaldäischen Kloster verteilen wir 50 weitere Mäntel, diesmal an Waisenkinder. Die Jungen und Mädchen waren nach Terrordrohungen in Bagdad hierher evakuiert worden. „Gibt es Hoffnung?“ will ich vom Kloster-Abt Gabriel wissen: “Ja”, sagt der junge Priester ohne Zögern: “Wir Christen kennen das Geheimnis des Lebens. Saddam, die Terroristen und die Schlächter unseres Volkes kennen es nicht. Das Geheimnis heißt Liebe. Sie ist stärker als alle Gewalt.”

Dankbare Waisenkinder mit CSI-Miarbeitern CSI  

Die Schicksale der irakischen Christen, die unschuldig unter schrecklicher Verfolgung leiden, berühren uns jedesmal aufs Neue. Diese schwer geprüften Menschen, die an ihrem Glauben festhalten, verdienen unsere Solidarität. Danke, liebe CSI-Freunde, dass Sie uns mit Ihrem Engagement dabei helfen.


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