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«Ich hoffe, die Attentäter werden ihren Irrweg einsehen», sagte Dr. Yousif. Sie jagten ihm in Mosul eine Kugel in den Kopf. Er überlebte schwerverletzt – und möchte später wieder als Arzt praktizieren. In Mosul. |
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Dr. Yousif kurz nach dem Attentat zvg |
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gw/ah. Die beiden gaben sich als Patienten aus. Sie zeigten Röntgenaufnahmen. Dass sie Muslime waren, spielte für den Christen Dr. A. Yousif (Name geändert) keine Rolle. Er behandelte jeden, egal ob Christ, Muslim oder Jeside. Dennoch traf es am 12. Januar 2011 ausgerechnet ihn.
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Dr. Yousif (Mitte) mit Frau, zwei Töchtern und John Eibner zvg |
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So gut wie erschossen |
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Dr. Yousif ist Vater von vier jungen Frauen zwischen 18 und 22. Eine Tochter studiert in Mosul Zahnmedizin. Er selber arbeitete 32 Jahre lang als Arzt. In Mosul hatte er eine Praxis, wo er Patienten einmal pro Woche sogar kostenlos behandelte. Er ist Mitglied des britischen Royal College of Physicians und erhielt mehrere hohe Auszeichnungen von arabischen medizinischen Institutionen.
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Sie sprechen von einem Wunder, dass er noch lebt. Die Operationen waren sehr riskant: Öffnung der linken Schädelseite, gefährliche Eingriffe am Gehirn, Verschluss des Schädels mit einer Titanplatte. Der Arzt ist nahezu blind, sein Sehnerv links ist vermutlich zerstört, auch das Gehör, der Geruchs- und der Geschmackssinn sind in Mitleidenschaft gezogen. |
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Freundschaft kann lebensgefährlich sein |
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«Ein einziger meiner muslimischen Kollegen wagte es, mich in Mosul fünf Stunden lang notfallmäßig zu operieren», erzählte Dr. Yousif. «Ich habe viele muslimische Freunde, Ärzte und natürlich meine Patienten. Nach dem Attentat besuchten sie mich im Krankenhaus, aber niemand wagte, sich ins Besuchsbuch einzutragen. Alle wollten anonym bleiben. Sie befürchteten Anschläge, wenn herauskäme, dass sie mit mir befreundet sind. Das Problem ist gesellschaftlicher Art», erklärte er, «wir sind in den Augen von Muslimen ‹Kuffar› (Ungläubige).»
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Ich kann nur hoffen, dass diese Leute sich nicht durchsetzen und dass sie ihren Irrweg einsehen.» Kein Hass, keine Verbitterung. Sollte er die Sehfähigkeit zurückgewinnen, würde er weiter als Arzt arbeiten.
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