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Irak

Geographische Angaben

Fläche

438'317 km²
(Deutschland: 357'023 km²)

Einwohner

23,8 Mio
3,5 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

54 Einwohner/km²
4,3 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

3'868 EUR
8 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  4%

Muslime

95%

Sonstige

  1%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Irak 

Land-Info 

Hilfe für Gewaltopfer


Montag, 25. Juni 2012

Die beiden CSI-Projektleiter Gunnar Wiebalck und John Eibner reisten im Mai 2012 wieder in den Irak und brachten verfolgten Christen Hilfe. John Eibner gibt im Interview darüber Auskunft, wie es den irakischen Christen geht.

CSI ist seit 2007 im Irak tätig. In Zusammenarbeit mit der irakischen Hammurabi-Menschenrechtsorganisation unterstützen wir verfolgte Christen materiell, finanziell und auf politischer Ebene. Im Mai reisten die CSI-Projektleiter Dr. John Eibner und Gunnar Wiebalck wieder in den Irak. Sie konnten mehr als 100 Familien Lebensmittelpakete und finanzielle Unterstützung für Medikamente bringen. 20 Schwerbehinderte erhielten einen Rollstuhl.

Die Christen stehen im Irak unter starkem Druck. Auf ihre Kirchen werden immer wieder Attentate verübt. Besonders schrecklich war jenes vom 31. Oktober 2010 auf eine syrisch-katholische Kirche in Bagdad, wo über 40 Christen getötet wurden. Am 2. Mai 2010 wurden bei einem Anschlag auf Busse gegen 200 Studierende teilweise schwer verletzt. Auch 2011 kam es zu Anschlägen. Laut einem UNO-Bericht wurden 2011 insgesamt 14 Christen gezielt umgebracht. Die Situation hat sich bis heute nicht beruhigt.

 UNO-Bericht der Assistance Mission for Iraq 

Interview mit CSI-Irak-Projektleiter Dr. John Eibner

CSI-Projektleiter John Eibner im Irak CSI  

CSI: John, du bist im Mai mit Gunnar Wiebalck wieder in den Irak gereist. Warum nehmt ihr solche Reisen in gefährliche Gebiete auf euch?
Dr. John Eibner: Wir wollen Opfern religiöser Intoleranz Solidarität zeigen.

Wie reagierten die Leute auf euren Besuch?
Die Leute sind sehr bewegt. Die Eltern eines schwerbehinderten Kindes sagten: «Es ermutigt uns, dass Sie kommen und Interesse zeigen.» Wir haben das auch andernorts erlebt. Die Leute nehmen nicht einfach nur erfreut materielle Hilfe oder finanzielle Unterstützung entgegen. Sie sind sehr dankbar, dass sich jemand um ihre Situation kümmert. Das berührt sie und ermutigt auch ihre Umgebung: Sie fühlen sich nicht mehr allein gelassen.

Als 10-Jähriger gesund, mit 12 gelähmt – CSI brachte einen Rollstuhl CSI  

Wem konntet ihr dieses Mal helfen?
Wir konzentrierten uns auf Familien mit Schwerbehinderten und auf Flüchtlingsfamilien, die aus dem Irak geflohen waren und jetzt wieder zurückgekehrt sind – zum Beispiel aus Syrien, aus dem Libanon oder aus Schweden. Sie haben ihr Hab und Gut vor der Ausreise verkauft und kamen jetzt völlig mittellos zurück. Vielleicht waren sie früher sogar vermögend, aber jetzt besitzen sie nichts mehr.

Weshalb sind sie zurückgekehrt?
Die Gründe sind unterschiedlich. In Syrien wurde ein Iraker von Kriminellen zur Ausreise gezwungen. Ein anderer Mann floh nach Schweden, kehrte dann aber zurück, weil er merkte, dass sein Asylgesuch aussichtslos war. Anderen Flüchtlingen ging das Geld aus.

Wie geht es den Christen, die im Irak geblieben sind – möchten sie das Land verlassen?
Es gibt da verschiedene Ansichten. Die einen sind verzweifelt und sehen keine Zukunft mehr im Irak. Andere sagen: Das ist meine Heimat. Ich will hier bleiben und niemand wird mich aus meiner Heimat vertreiben können.

Viele Christen – zum Beispiel aus Bagdad oder Mosul – sind in den sichereren Nordirak geflohen, nach Kurdistan. Wie ist das Verhältnis der Christen zu den Kurden?
Kurdistan heißt «Land der Kurden». Diese Bezeichnung impliziert, dass es nicht dein Land ist, wenn du nicht Kurde bist. Für die Christen, die aus anderen irakischen Gebieten nach Kurdistan geflüchtet sind, ist die Lage besonders schwierig. Weil sie nur Arabisch sprechen, sehen viele Kurden sie als Araber an und misstrauen ihnen – die Kurden erinnern sich noch gut an die Zwangsarabisierung unter Saddam Hussein. Vor einigen Monaten kam es in Zakho zu einem organisierten Pogrom gegen Christen – dem ersten in den letzten Jahren. Das ist ein Grund zur Besorgnis. Trotz allem ist Kurdistan aber ein relativ sicherer Hafen für die Christen.

Welche Schwerpunkte wird CSI im Irak-Projekt künftig setzen?

Wir möchten an der Front der Religionsfreiheit arbeiten und versuchen, Gesetze und Praktiken zu ändern, die für Christen ein Problem sind. Weiter werden wir wie bisher Solidarität zeigen und materielle und finanzielle Hilfe bringen. Wir wollen den Menschen Hoffnung machen. Sie sollen spüren: Wir sind nicht alleine. Das ist etwas vom Wichtigsten an unsrer Arbeit.

Autor: Adrian Hartmann

Quelle: Office of the High Commissioner for Human Rights

Die Familie hat wegen Drohungen von Islamisten ihr Geschäft schließen müssen CSI  


Emir und Sohn Fadi, blind durch Attentat


Emir wohnt mit seiner Frau und den fünf Kindern in einem trostlosen Kellerloch. Sein 13-jähriger Sohn Fadi wurde bei einem Selbstmordattentat schwer verletzt: Seither ist Fadi auf einem Auge blind. CSI brachte der Familie Lebensmittel.



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