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Eine richtungsweisende Konferenz in Bagdad hat die Ursachen der Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten thematisiert. Möglichkeiten der sicheren und würdigen Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat wurden ebenfalls besprochen. |
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Annette Walder spricht an der CSI-Irakkonferenz CSI |
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gw. “Bis zur Konferenz am 11. Dezember ist alles wieder renoviert”, hatte uns Ali Bassam, Direktor des al-Mansour Hotels in Bagdad im November 2009 versichert. Nur einen Monat zuvor war der graue, 15-stöckige Betonklotz im Zentrum der irakischen Hauptstadt von einer Autobombe durchgeschüttelt worden, die mehr als 150 Menschen in den Tod riss und 500 weitere verletzte. Die meisten Fenster des Gebäudes zerbarsten, in den Stockwerken regneten Gipsbrocken der Stuckdecken auf die Gäste.
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Teilnehmer vom Terror unbeeindruckt |
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Die Geissel des Terrorismus ist trotz allgemein verbesserter Sicherheitslage im Irak noch immer präsent. Unmittelbar vor Beginn der Konferenz schlugen Selbstmordattentäter in fünf verschiedenen Stadtteilen wieder zu und rissen über 130 Menschen in den Tod. Kaum einer der 140 geladenen Tagungsteilnehmer ließ sich davon beeindrucken. Bischöfe der chaldäisch-katholischen Glaubensgemeinschaft kamen ebenso wie Repräsentanten der historischen assyrischen Kirche des Ostens (sog. Nestorianer), dazu syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische und verschiedene armenische Geistliche. Zugegen waren auch Vertreter des Vatikan, muslimische Parlamentsabgeordnete und die meisten irakischen Fernsehstationen. Angehörige der amerikanischen Botschaft in Bagdad kamen in gepanzerten Fahrzeugen und legten ihre Helme und kugelsicheren Westen erst im Konferenzsaal ab. |
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Kirchenleiter an der CSI-Irakkonferenz CSI |
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“Schauriges Schweigen der Christenheit” |
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Die von CSI zusammen mit der irakischen Menschenrechtsorganisation Hamorabi organisierte Konferenz unter dem Leitmotiv “Für eine sichere und würdige Rückkehr der Flüchtlinge” stand unter der Schirmherrschaft des irakischen Vizepräsidenten Adil Abdul-Mahdi. Sie begann mit einer Schweigeminute für alle irakischen Opfer von Gewalt und Terror im Land. “Wenn es den Christen gut geht, dann geht es dem Irak gut”. Mit diesen Worten zitierte die internationale CSI-Präsidentin Annette Walder zu Beginn ihrer Ansprache einen irakischen Dichter. Sie bedauerte insbesondere das “schaurige Schweigen der weltweiten Christenheit”, wo Solidarität mit den Opfern doch eigentlich das Gebot der Stunde sein müsse. “Die irakischen Christen gehörten zum Land wie das Wasser des Tigris”, erklärte William Warda, Vorsitzender der irakischen Menschenrechtsorganisation Hamorabi. Er bezeichnete die Christen des Landes als eine Heilsarmee im Hintergrund, die sich stets für das Wohl aller Iraker eingesetzt habe. “Am meisten schmerzt mich”, ergänzte Warda, “dass es heute eine andere, im Geheimen agierende Armee gibt, die nichts als Tod und Zerstörung bringt”.
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Erschütternde Zeugnisse von Terroropfern |
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Hinterbliebene von Anschlagsopfern erhielten die Gelegenheit, über ihre entführten, verschwundenen oder gezielt ermordeten Angehörigen zu berichten. Nisreen brachte ihre kleine Enkelin Moazaz mit, die seit dem Mord an ihrer Mutter, an Nisreens Sohn Bashar und einer weiteren nahen Verwandten verhaltensgestört ist. Die irakische Polizei war in der berüchtigten Sabrin-Moschee in Mosul auf die Spur des Mörders gestoßen. Nisreen: “Ich habe ihn später im Gefängnis aufgesucht und verlangt, sein Motiv zu erfahren”, schilderte die ganz in schwarz gekleidete resolute Frau, “es war ein Auftragsmord.” |
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Dieses und andere Zeugnisse erschütterten die Konferenzgäste noch mehr als eine eindrückliche Diashow von zerstörten Kirchgebäuden im ganzen Land. |
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Den Christen Gehör verschaffen |
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In einer gemeinsamen Schlusserklärung appellierten die Teilnehmer der zweitägigen Konferenz an die irakische Regierung, endlich mehr zu tun, um Christen und anderen religiösen Minderheiten Schutz zu gewähren. Das Land sei in akuter Gefahr, einen bedeutenden Teil seines historischen Erbes zu verlieren. Es sei notwendig, die Gewalt und einen weiteren Exodus zu stoppen, den Hunderttausenden von Flüchtlingen in Syrien, Jordanien, dem Libanon und der Türkei eine sichere und würdige Rückkehr zu ermöglichen und ihnen Haus und Hof zurückzugeben.
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