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Zwei Jahre nach den brutalen Gewalttaten an Christen im Bundesstaat Orissa haben viele bis heute noch keine Hilfe bekommen. CSI besuchte Flüchtlinge vor Ort und konnte mit einer ersten Hilfsaktion Trost und Ermutigung spenden. |
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uh. In einem kleinen Flüchtlingscamp weit abseits der Ortschaft Tikkaballi treffen wir den 22-jährigen Banu. Er lebt mit seiner Familie seit über zwei Jahren in diesem notdürftigen Camp. Er erzählt uns, wie damals eine wilde Horde von aufgehetzten Hindu-Extremisten mitten in der Nacht sein Dorf überfielund sämtliche Häuser, in denen Christen gelebt hatten, plünderte und weitgehend zerstörte. “Wir mussten in die umliegenden Büsche und Wälder fliehen. Mehrere Tage haben wir uns aus Angst vor weiteren Attacken in den Wäldern versteckt. |
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Erst als sich die Lage wieder beruhigte, wagten wir uns aus unseren Verstecken.” Die Regierung stellte den Vertriebenen dann 25 km von ihrem Dorf entfernt ein Stück Land zur Verfügung, auf dem sie behelfsmäßig ein Flüchtlingscamp erstellen konnten. 20 Familien (120 Personen) leben nun bereits über zwei Jahre unter sehr schwierigen Bedingungen in diesem Camp. Banu meint dazu: “Besonders hart für uns ist die Monsunzeit, denn der Regen ist in unserer Region immer sehr heftig.” |
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Angespannte Situation |
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Die Lage in Orissa hat sich noch keineswegs entspannt. Besonders schwerwiegend waren die Gewaltakte in der Region von Kandhamal. Die Christen verloren damals nicht nur ihre Häuser und ihr Hab und Gut. Viele haben auch keine Arbeitsstelle mehr, weil die Hindus sie am liebsten ganz aus der Region vertreiben möchten. Sie können ihre Familien nur als Tagelöhner knapp über Wasser halten. Als wir durch die Gegend von Kandhamal fuhren, achteten unsere indischen Führer besonders darauf, dass wir möglichst nicht auffielen, denn bis heute ist die Situation sehr angespannt. In diese Region kommen nur äußerst selten Ausländer, und wenn, dann sind es meistens Christen. Im ganzen Bundesstaat Orissa wurden damals über 400 Kirchen und zirka 5’600 Häuser von Christen zerstört. 54’000 Christen mussten seinerzeit fliehen. In 14 verschiedenen Flüchtlingscamps wurden sie vorübergehend untergebracht. |
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Wie kam es dazu? |
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Wie kam es überhaupt zu dieser brutalen Tat Ende August 2008? Die Situation zwischen Christen und Hindus war schon längere Zeit ziemlich konfliktbeladen. Christen hatten im Allgemeinen mehr Erfolg. Sie waren die tüchtigeren Geschäftsleute und erlebten einen wirtschaftlichen und so-zialen Aufschwung. Dadurch stellten sie für die extremen Hindus zunehmend eine Gefahr dar. Gleichzeitig war auch eine politische Gruppe von Maoisten in dieser Gegend sehr aktiv. Sie wollten einen extremen Kommunismus etablieren. Der in Orissa sehr bekannte Hindu-Priester Swami Lakshmanananda Saraswati begann, das Volk immer mehr gegen die Christen aufzuwiegeln. Der Einfluss einer rechtsextremen Hindu-Partei nahm zu und es gelang ihr, an die politische Macht zu kommen. Hindus proklamierten, dass ein richtiger Inder ein Hindu sein müsse und alle anderen Religionsgruppen die indische Kultur zerstören würden. Am 23. August 2008 wurde Swami Lakshmanananda Saraswati ermordet. Zwar bekannten sich die Maoisten zum Mordanschlag. Aber die Hindus nutzten diese Gelegenheit, um einen Rachefeldzug gegen die Christen zu entfachen. Filmdokumente belegen, mit welcher Brutalität gegen sie vorgegangen wurde. |
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Wo bleibt die Hilfe? |
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Unmittelbar nach den Übergriffen tauchten zahlreiche Hilfsorganisationen in Orissa auf, um Informationen und Bilddokumente zu sammeln und selbstverständlich auch erste Nothilfe zu leisten. Sobald der Vorfall jedoch aus den Schlagzeilen der Weltpresse verschwunden war, zogen sich viele Hilfsorganisationen wieder zurück. Bis die indische Regierung erste Hilfsgelder freigegeben hatte, verstrich sehr viel Zeit. Einzelne Flüchtlingscamps wurden relativ schnell wieder aufgelöst. Andere sind bis heute noch in Betrieb. Extrem schwierig ist es für Familien, die bei den Anschlägen ihre Dokumente verloren haben. Weil sie sich nicht ausweisen können, bekommen sie keine finanzielle Unterstützung vom Staat. Bis sie wieder zu Dokumenten kommen, dauert es häufig sehr lange. Der Grund: In dieser Region, in der vor allem Hindus aktiv sind, ist niemand daran interessiert, Christen zu helfen. Sie sind in ihrer Not oft völlig auf sich gestellt.
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CSI kümmert sich |
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Bei einer ersten Hilfsaktion konnte CSI diesen 20 Familien im Flüchtlingscamp bei Tikkaballi Lebensmittel und Kleider liefern, so dass sie die dritte Monsunzeit überstehen können. Weiter half CSI, zwei zerstörte große Schulungsräume eines wichtigen katholischen Schulungszentrums wieder herzurichten. Nun können dort die Seminare, die durchschnittlich von 180 bis 400 Personen besucht werden, ungehindert wieder stattfinden.
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