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Reisen in Länder mit Menschenrechtsverletzungen sind umstritten. Wer in ein solches Land reist, sollte ein paar Grundregeln beachten. |
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Frage nach den Motiven |
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Bei Reisen in Länder mit Menschenrechtsverletzungen ist die Frage nach den eigenen Motiven wichtig: Warum will ich in ein bestimmtes Land reisen? Wer zum Beispiel billige Strandferien und Erholung sucht und sich nicht mit der Situation im Land auseinander setzen will, sollte sich die Frage stellen, ob ein Land mit einer problematischen Menschenrechtssituation die richtige Wahl ist.
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Keine Einzelkämpfer-Aktionen |
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Es erfordert viel Erfahrung und Hintergrundwissen und oft eine längerfristige Strategie, um mit gezielten Aktionen die Menschenrechtsverletzungen in einem Land zu bekämpfen. Gehen Sie darum keine unnötigen Risiken ein und überschätzen Sie Ihre eigenen Möglichkeiten nicht. Wer in einem Land mit totalitärem Regime als Einzelkämpfer öffentlich die Menschenrechtsverletzungen anprangert, der trägt oft kaum etwas zur Verbesserung der Situation im Land bei. Er gefährdet allenfalls nicht nur sich selbst und die Reisegruppe, sondern unter Umständen gar die Verfolgten im Land. |
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Gespräch mit Einheimischen |
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Suchen Sie das Gespräch mit den Einheimischen, wo dies ohne Gefahr möglich ist. Dazu müssen Sie – neben der Sprache – auch die grundlegenden Umgangsformen des Landes kennen. Suchen Sie in diesen Gesprächen nicht den Widerspruch. Stellen Sie Fragen und hören Sie interessiert zu.
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Zurückhaltung beim Fotografieren |
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Erkundigen Sie sich, wo Fotografieren erlaubt ist und wo nicht. Der Fotoapparat ist nicht nur in militärischen Sperrgebieten problematisch. Auch bei Fotos von religiösen Kultstätten ist Zurückhaltung angebracht.
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Der Situation angepasste Kleidung |
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Kleiden Sie sich zurückhaltend und passen Sie sich der Situation vor Ort an. Dies gilt nicht nur für islamische Länder. Auch eine christliche Kirche besucht man/frau nicht in kurzen Hosen oder gar im Bikini.
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Privatpersonen bevorzugen |
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Buchen Sie wenn möglich Ferien, wo der Reiseanbieter vor Ort mit privaten Firmen und nicht mit Regierungsstellen zusammenarbeitet. Erkundigen Sie sich auch, nach welchen ethischen Richtlinien das Reisebüro arbeitet.
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Sich auf die Reise gut vorbereiten |
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Last but not least: Bereiten Sie sich mit Literatur/Medien sowie mit Gesprächen in Ihrem Bekanntenkreis auf Ihre Reise vor und informieren Sie sich umfassend über die Situation im Land. Zum Thema „Reisen und Menschenrechte“ gibt es im Internet verschiedene Informationen, zum Teil auch in deutscher Sprache.
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Weitere Informationen und Internetseiten zum Thema Reisen und Menschenrechte: siehe am Schluss dieses Dokumentes |
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Bei vielen Internetseiten fehlen jedoch Informationen zur Religionsfreiheit, oder sie sind lückenhaft. Hier eine Auswahl von Reiseländern mit Verletzungen bzw. Einschränkungen der Religionsfreiheit: |
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Ägypten |
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Der Islam ist Staatsreligion. Die ägyptische Version von „Religionsfreiheit“ steht im Widerspruch zu den Menschenrechten: Ein Christ kann problemlos zum Islam übertreten. Aber wenn ein Muslim Christ werden will, hat er keine rechtliche Möglichkeit, den Religionseintrag in seinem Ausweis von „Muslim“ auf „Christ“ ändern zu lassen. Schon aus Datenschutzgründen ist der Eintrag der Religion im Ausweis problematisch. In der Praxis führt dies immer wieder zur Diskriminierung von Nichtmuslimen. Nach Artikel 2 der ägyptischen Verfassung ist die Scharia (islamisches Recht) Grundlage der ägyptischen Gesetzgebung. Viele muslimische Gelehrte leiten daraus ab, dass das Verlassen des Islams ein todeswürdiges Verbrechen ist. Die Folgen sind in einzelnen Fällen gravierend. So entschied am 29. Januar 2008 ein Verwaltungsgericht in Kairo gegen die Anerkennung des Übertritts des ehemaligen Muslims Ahmed Hegazy zum Christentum. Morddrohungen der Islamisten zwingen ihn bis heute, im Untergrund zu leben.
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Algerien |
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Der Islam ist laut Verfassung Staatsreligion. Seit Februar 2008 setzt die Regierung ihre Verordnung 06-03 über Religionsfreiheit in die Praxis um. Über den christlichen Glauben darf nur noch in geschlossenen Versammlungen geredet werden, wenn keine Muslime anwesend sind. Wer vom Islam zum Christentum übertritt, riskiert, festgenommen und zu jahrelanger Haft verurteilt zu werden. Schon seit Juni 2008 in Haft ist die vom Islam zum Christentum übergetretene Habiba Kouider. Kirchen, die den strengen Auflagen des Staates nicht nachkommen, werden geschlossen. Einfuhr und Besitz von Bibeln und anderer religiöser Literatur sind streng kontrolliert, und ihre Weiterverbreitung ohne ausdrückliche staatliche Genehmigung ist verboten.
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China |
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Wer einer staatlich nicht registrierten Religionsgemeinschaft angehört (gleichgültig, ob christlich, buddhistisch oder islamisch), muss mit der Festnahme rechnen. Trotz Diskriminierung sind besonders die Christen in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Mit 80 – 150 Millionen Gläubigen haben die Kirchen heute mehr Mitglieder als die kommunistische Partei. Besonders stark gewachsen sind die staatlich nicht registrierten Kirchen. Staatlich registrierte Kirchen wie die evangelische „Dreiselbstbewegung“ und die „Katholische Patriotische Vereinigung“ werden von den Behörden streng kontrolliert und erleben zum Teil massive Einschränkungen (z.B. Verbot der religiösen Unterweisung von Kindern und Jugendlichen in vielen Provinzen, einschränkende Bestimmungen bei der Verteilung religiöser Literatur, staatliche Vorschriften hinsichtlich des Ortes für die Abhaltung von Gottesdiensten u.a.m.). Allerdings bestehen in Bezug auf die religiöse Diskriminierung starke Unterschiede zwischen Stadt/Land und zwischen den einzelnen Provinzen. Darum sind die Aussagen über die Religionsfreiheit in China zum Teil widersprüchlich. Wer Menschenrechtsverletzungen öffentlich anprangert, riskiert eine Festnahme. So ist der profilierte christliche Menschenrechtler Gao Zhisheng ist seit September 2007 im Gefängnis.
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Indien |
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Hindu-Fundamentalisten kontrollieren einige Bundesstaaten. Bekehrungen vom Hinduismus zu einer anderen Religion sowie das das soziale Engagement von Christen werden in diesen Bundesstaaten mit Haftstrafen und Bußen streng unterbunden, indem die erlassenen „Gesetze gegen Zwangskonversion“ auf Christen willkürlich angewendet werden. Die Zentralregierung versucht zwar, Verletzungen der Religionsfreiheit und Angriffe von Hindu-Extremisten auf Christen zu unterbinden. Angesichts der mächtigen Hindu-Präsenz ist der indische Staat mit der Situation vor Ort jedoch oft überfordert. In diesem Fall ist er nur in der Lage, im Nachhinein an die Opfer von Anschlägen eine gewisse Kompensation zu leisten. Diese weitgehende Ohnmacht der zentralstaatlichen Behörden wurde besonders offenbar, als sich im vergangenen Jahr im Bundesstaat Orissa die bislang gewaltsamsten Übergriffe auf Christen seit Indiens Erlangung der Unabhängigkeit von England 1947 zutrugen. Weil der indische Staat nicht eingegriffen hat, wurden zwischen August und Dezember 2008 rund 53.000 Christen aus 315 Dörfern vertrieben, über 60 Menschen getötet, 400 Kirchen zerstört und über 4.600 Häuser niedergebrannt. |
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Kirgistan |
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Dieser Staat wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt. Ein Anfang 2009 eingeführtes Gesetz sieht verschärfte Maßnahmen gegen Christen vor. So werden christliche Gemeinden mit weniger als 200 Mitgliedern aufgelöst. Bereits bestehende Gemeinden über 200 Personen müssen sich erneut beim Staat registrieren. Kinder dürfen an den Gemeindeaktivitäten nicht teilnehmen. Evangelisation und die Weiterverteilung religiöser Literatur sind streng verboten. |
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Kuba |
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Hausgemeinden erhalten immer wieder Besuch von Geheimpolizisten, die jegliche Evangelisationstätigkeit unterbinden. Neue Kirchenbauten oder Kirchenrenovierungen werden in den seltensten Fällen von den Behörden bewilligt. Menschenrechtler werden zu teils langjährigen Strafen verurteilt. Der christliche Arzt und Menschenrechtler Oscar Elias Biscet ist bereits seit 2003 im Gefängnis und verbüsst eine 25-jährige Freiheitsstrafe.
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Laos |
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Vor allem unter den ethnischen Minderheiten auf dem Land wächst das Christentum stark. Das kommunistische Regime befürchtet, sein Machtmonopol zu verlieren. Es versucht, eine Ausbreitung des christlichen Glaubens zu verhindern. Insbesondere Christen aus der Volksgruppe der Hmong bekommen die harte Hand des Staates zu spüren. Ihre Kirchen werden streng überwacht und manchmal geschlossen. Hmong und andere Stammesangehörige, die von ihren animistischen Glaubenspraktiken zum Christentum übergetreten sind, müssen mit Gefängnis rechnen. Dies gilt auch für jene Christen, die sie missioniert haben.
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Malediven |
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Auch nach Amtsantritt der neuen Regierung Ende Oktober 2008 herrscht laut Verfassung Gedanken- und Meinungsfreiheit nur „in dem Masse, in dem keine Lehre des Islams verletzt wird“. Das „Gesetz zum Schutz der religiösen Einheit“ (Gesetz Nr. 6/94) sieht einen Schutz vor allen „anti-islamischen Aktivitäten“ vor und wird willkürlich ausgelegt. So kündigte etwa am 29. November 2008 das Ministerium für islamische Angelegenheiten an, eine Website zu blockieren, die laut Aussage des Ministeriums der Verbreitung des Christentums auf den Malediven dient. Der Zugang zu dieser Website in der Landessprache Dhivehi und in Englisch konnte innerhalb weniger Tage von den Malediven aus nicht mehr aufgerufen werden. Von den rund 200 bewohnten Inseln sind nur zwei Dutzend „Touristeninseln“ für Ausländer überhaupt zugänglich. Der islamistische Staat ist in erster Linie an Devisen interessiert und versucht den Kontakt zwischen Touristen und Einheimischen soweit als möglich zu verhindern.
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Myanmar (Burma) |
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Die burmesische Militärjunta riegelt das Land ab. Jede Opposition wird unterdrückt - so auch die friedliche Demonstration buddhistischer Mönche im Jahr 2007. In diesem buddhistischen Land ist der Bau von Kirchen verboten. Pastoren müssen ohne Lohn auskommen, ihre Löhne hängen ausschließlich von den Gaben der Christen ab. Wenn Christen in Haft geraten, werden ihnen jedoch nie religiöse Aktivitäten, sondern andere Vergehen willkürlich zur Last gelegt. Auch die muslimische Minderheit leidet; mehrere Moscheen hat das Militärregime zerstört. |
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Sri Lanka |
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Extremistische buddhistische Mönche stacheln Dorfbewohner zu Anschlägen auf Kirchen an. An vielen Orten verweigern die Behörden den Bau von Kirchen und auch die Registrierung von christlichen Gemeinden. Manchmal fallen Christen extremistischen Anschlägen zum Opfer. So wurde im Oktober 2008 Pastor Sebamalai Gunesh ermordet. Es gibt darüber hinaus sogar Bestrebungen extremistischer politischer Kreise, in Sri Lanka Gesetze gegen „Zwangskonversionen“ zu erlassen. Diese Gesetzesbestimmungen sollen sich gegen Übertritte vom Buddhismus zu einer anderen Religion richten und damit jenen ähneln, die bereits in einigen Bundesstaaten des Nachbarlandes Indien in Kraft sind. In die Schlagzeilen kam Sri Lanka immer wieder wegen des Bürgerkriegs. Der Konflikt zwischen den vorwiegend buddhistischen Singhalesen und den meist hinduistischen Tamilen ist nach wie vor nicht gelöst.
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Tibet |
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Die meisten einheimischen Bewohner gehören dem Buddhismus in seiner tibetischen Ausprägung an (Lamaismus). Doch die chinesischen Besatzer behindern die freie Ausübung des Buddhismus auf vielfältige Art. Unter berechtigten oder unberechtigten Vorwürfen, sich für die Unabhängigkeit Tibets von China eingesetzt zu haben, werden viele buddhistische Mönche verhaftet und ihre Klöster geschlossen. In zahlreichen Klöstern führen die chinesischen Behörden kommunistische Indoktrinierungskampagnen durch. Bilder und Texte über den Dalai Lama werden von der Polizei beschlagnahmt. |
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Türkei |
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Die wenigen Christen werden in dem praktisch gänzlich von Muslimen bewohnten Land daran gehindert, freikirchliche Hausgemeinden zu gründen. Der Staat verbietet den Christen nämlich oft, die für ihre Treffen anvisierten Gebäude für religiöse Zwecke zu verwenden. Gänzlich verboten ist die Ausbildung von Geistlichen. So bleibt seit 1971 das sich auf der Insel Chalki befindende Priesterseminar der syrisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft in der Türkei geschlossen. Anderen bedeutenden christlichen Zentren droht ebenfalls die Schliessung. Zu ihnen gehört das Jahrtausende alte syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel. Immer wieder verüben islamische Extremisten Anschläge auf Christen. Auch Politiker und Medien schüren eine feindliche Stimmung gegen Christen. Insbesondere jene Christen, denen Evangelisationstätigkeit vorgeworfen wird, wie etwa die beiden Konvertiten vom Islam, Hakan Tastan und Turan Topal, gelten als Staatsfeinde gegen die nationale Einheit. Denn sie haben mit ihrem Engagement nicht nur den Islam als Schlüsselzeichen türkischer Identität in Frage gestellt, sondern es auch gewagt, ihre Haltung auch zu verbreiten.
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Usbekistan |
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In diesem weitgehend islamischen Staat kann der Druck von religiöser Literatur gemäß einem im Juni 2008 eingeführten Gesetz mit dreijähriger Haft geahndet werden. Fernsehsendungen diskriminieren Christen öffentlich. Dadurch werden Christen gesellschaftlich ausgegrenzt. Dies führt dazu, dass sie immer wieder durch Verwandte und örtliche Beamte drangsaliert werden. In abgelegenen Gebieten werden Christen unter Druck gesetzt, zum Islam zurückzukehren. Wenn sie dies nicht tun, werden sie öffentlich gedemütigt, sie verlieren auch Wohnung und Arbeitsplatz. |
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Vietnam |
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Vietnams Kandidatur auf einen nichtständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat hat viele Bürger zusätzlich angespornt, politische Gruppen zu gründen und unabhängige Publikationen herauszugeben. Die Regierung sieht in dieser aufkeimenden Zivilgesellschaft eine Gefährdung des Machtmonopols der Kommunistischen Partei. Sie führt umfassende politische Razzien gegen diese Gruppierungen durch. So ließ sie 2008 mindestens 55 Dissidenten verhaften. Darüber hinaus verbleiben bis heute rund 200 christliche Montagnards (Bergvölker) und Buddhisten in Haft, weil sie sich weigern, sich den einengenden Vorschriften der Kommunisten in Bezug auf religiöse Tätigkeit zu beugen. Menschenrechtler wie der katholische Priester Nguyen Van Ly, die sich für solche Menschen einsetzen, werden ebenfalls festgenommen. Seit März 2007 verbüßt Pater Ly eine achtjährige Haftstrafe. |
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