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Wer hätte es für möglich gehalten! Seit kurzem steht Farah wieder auf beiden Beinen. Bei einem Bombenattentat hatte sie ihr rechtes Bein und den linken Wadenmuskel verloren. |
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ah. In drei Schulbussen sind sie unterwegs nach Mosul, christliche Studierende aus der Ninive-Ebene im Nordirak. Viele gehören zu den Familien, die von südlicheren Gebieten im Irak in den als sicherer geltenden kurdischen Norden geflüchtet sind und hier ausharren. Hunderttausende ihrer Landsleute haben den Irak aus Angst vor der Zukunft verlassen. |
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Verhängnisvolle Busfahrt |
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Die damals 21-jährige Farah Habeeb Hassoo aus Karakosh saß am 2. Mai 2010 in einem der drei Schulbusse. Mit anderen Studierenden fuhr sie täglich die etwa 30 Kilometer nach Mosul zur Universität. Am 2. Mai erreichte sie ihr Ziel jedoch nicht: Ihr Bus wurde von einer Bombe vollständig zerstört. Farah wurde schwer verletzt. |
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Bombensplitter rissen zahllose Wunden in ihren Körper und in ihr Gesicht, ihre Hand wurde verstümmelt, der Wadenmuskel am linken Bein weggerissen. Vom rechten Bein blieb nur noch ein Stumpf übrig. Sie hatte starke Schmerzen.
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Farah wurde in der Türkei behandelt CSI |
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«Lebensmut und Dankbarkeit»
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Knapp zwei Monate nach dem Attentat besuchten CSI-Mitarbeiter die Schwerverletzte in Karakosh. «Ohne ihre Charakterstärke und ihren Glauben hätte sie diese Katastrophe nicht überlebt», ist Dr. John Eibner überzeugt. Junge irakische Frauen wie Farah seien «Felsen im Meer des Leidens». Beeindruckt von Farahs Lebensmut beschließt CSI, Farah zu helfen. |
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Farah mit ihrer Mutter und dem Murnauer Bürgermeister CSI |
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Ein halbes Jahr später – nach langwierigen Abklärungen – stellte die deutsche Botschaft in Bagdad ein Visum aus. Anfangs April 2011 konnte CSI-Mitarbeiter Gunnar Wiebalck Farah und ihre Mutter Sabeeha Pollis am Münchner Flughafen in Empfang nehmen. Bereits am nächsten Tag wurde Farah in der Unfallklinik Murnau (Deutschland) untersucht. Dank eines Empfangs von Bürgermeister Dr. Michael Rapp im Murnauer Rathaus wurde Farahs Geschichte auch in den Lokalmedien bekannt. Gunnar Wiebalck berichtet, dass «der Lebensmut und die Dankbarkeit der jungen Christin» alle Anwesenden beeindruckt habe. Farah selber sprach ins Mikrofon des bayrischen Lokalsenders Radio Oberland: «Ich habe neue Hoffnung, dass ich irgendwann in mein Leben zurückkehren und vielleicht einmal wieder richtig gehen kann.» |
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Hilfe für eine, Solidarität mit allen |
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Gespannt warteten wir mit Farah auf die Ergebnisse der Voruntersuchungen. Der Arzt hatte gute Neuigkeiten: Es sei möglich, am Beinstumpf eine Prothese anzusetzen. Vielleicht könne Farah sogar ihre linke Hand und (nach Transplantationen) das linke Bein wieder gebrauchen. Das habe aber seinen Preis: Man müsse mit einem sechs- bis achtwöchigen Klinikaufenthalt und mit Kosten von etwa 40 000 Euro rechnen. |
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Kann CSI so viel für eine einzige Person aufwenden? Im Irak gibt es Tausende Opfer von Bombenattentaten. Farah ist nur eine von den etwa 180 Fahrgästen, die beim Busattentat verletzt wurden. Die Hilfe für eine einzige Person hat aber große symbolische Bedeutung. Farah ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass christliche Solidarität aus dem Ausland Realität ist. Farah sei bekannt in Karakosh und überhaupt in der Ninive-Ebene, erklärt John Eibner. «Man weiss, sie ist eines der Opfer. Wenn die Leute sehen, dass sich der Westen um Farah kümmert, ist es für sie sehr ermutigend.»
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Das Happy End |
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Das Schicksal von Farah bewegte viele Spender in der Schweiz und in Deutschland. So kam das Geld für die teuren Operationen zusammen. Im Sommer 2011 schloss Farah ihr Geografiestudium an der Universität Mosul mit sehr guten Noten ab. Kurz darauf flog sie anfangs Juli 2011 mit ihrer Mutter erneut nach Deutschland. In mehrwöchigen Operationen erlangte sie ihre früheren Fähigkeiten zurück: Sie konnte mit der linken Hand wieder eine Tasse halten und beidhändig eine Computertastatur bedienen. Zudem spürte sie zum ersten Mal seit dem tragischen Attentat anfangs Mai 2010 keine Schmerzen mehr. Nach mikrochirurgischer Behandlung der Nerven war der Beinstumpf endlich schmerzfrei. Glücklich reiste sie am 13. August 2011 zurück in den Irak.
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So konnte Farah im November 2011 – nachdem die Operationsnarben verheilt waren – erneut nach Deutschland fliegen. Ziel war, dass sie noch vor Weihnachten ohne zusätzliche Gehhilfe würde gehen können – und es klappte! Farah konnte am 3. Dezember 2011 sogar schon eine Woche früher als geplant in ihre Heimat zurückreisen. |
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Weitere Fotos http://www.facebook.com/CSI.Schweiz |
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