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Irak

Geographische Angaben

Fläche

438'317 km²
(Deutschland: 357'023 km²)

Einwohner

23,8 Mio
3 mal weniger als in Deutschland (82,3 Mio)

Bevölkerungsdichte

54 Einwohner/km²
4 mal kleiner als in Deutschland (231)

Bruttosozialprodukt

3'868 EUR
8 mal tiefer als in Deutschland (30'628 EUR)

Religionsangehörigkeit

Christen

  4%

Muslime

95%

Sonstige

  1%

Menschenrechte

Religionsfreiheit

Schwere Verletzung der religiösen Grundfreiheiten


Behinderung von Kultus, Diakonie und Mission

Irak 

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Die Christen im Irak brauchen Beistand

Die Drahtzieher des Massakers in der Bagdader Maria-Erlöser-Kirche loben die Mörder von 52 Christen als “Helden des Islam”.

Jungen: Shamon und Fadi, Mädchen: Rafaa und Vala CSI  

gw. Sonntag, 31. Oktober 2010: Zwei Pfarrer in riesigen Blutlachen, hingeschmettert auf die Marmorstufen vor dem Altar. Im Hauptschiff zertrümmerte Kirchenbänke, zerbrochene Altargegenstände, zerfetzte Gesangbücher. In der Sakristei ein Knäuel menschlicher Torsos in sonntäglicher Kleidung. 52 Tote, noch mehr Verletzte. Alles, was Christen in der Welt heilig ist, wie durch den Fleischwolf gedreht. Absurd? Mit der menschlichen Vernunft nicht mehr erklärbar? Der höhnische Kommentar der Drahtzieher des Massakers folgt kurz darauf im Internet: “Wir haben eine dreckige Höhle der Götzenanbeter gestürmt, einen Stützpunkt ihres Kampfes gegen den Islam”. Und weiter: die “gesegnete Operation” sei von “fünf Helden des Islam” ausgeführt worden, deren Anführer Allah beschützen möge.

Weltöffentlichkeit schaut tatenlos zu

Die Selbstbezeichnung “Helden des Islam” für Mörder von Christen löste praktisch keinen Widerspruch in der islamischen Welt aus. Doch auch die Reaktionen der christlichen Welt waren verhalten. Dass der Anschlag etwas mit dem Islam zu tun hat, wurde von Kirchenführern tunlichst verschwiegen. Sind Christen nicht mehr bereit, aufzustehen und zu handeln, wenn sie mit solchem Unrecht konfrontiert werden? Wenn wir nicht mehr für unsere Schwestern und Brüder einstehen, wer sollte es dann tun?

Die weltweite Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Christen im Irak zeigt Wirkung. Viele von ihnen haben die Hoffnung auf Hilfe von außen endgültig aufgegeben. “Jetzt ist das Ende der Christenheit im Irak gekommen”, sagt der syrisch-katholische Patriarch Ignace Joseph III Younan. “Während Christen abgeschlachtet werden, schaut die so genannte ‘Freie Welt’ vollkommen gleichgültig zu. Ihr seid Heuchler, nur daran interessiert, politisch korrekt und ökonomisch opportun zu reagieren”. Mit dem Auszug der Christen aus dem Nahen Osten wird die Botschaft von Glauben, Liebe und Hoffnung im Land verstummen.

Bald nur noch tote Christen im Irak? CSI  

CSI hilft da, wo die Verfolgten leben

Doch immer noch gibt es Christen, die fest entschlossen sind, im Land zu bleiben. Sie hoffen weiter auf unsere Unterstützung. In Zusammenarbeit mit der irakischen Menschenrechtsorganisation Hamorabi sucht CSI nach Wegen, um bedrängten Christen im Irak beizustehen. Zuletzt brachten CSI-Mitarbeiter im Oktober Hilfsgüter zu christlichen Familien und Waisenkindern in der Ninive-Ebene im Nordirak. Zu den vielen Familien, die sie besuchten, zählte auch die von Jalal Shamon. Die ganz in schwarz gekleidete Mutter Haifaa Metti Shamon berichtet, ihr Mann Jalal habe bis zu ihrer Flucht eine Kirche in Mosul bewacht, die letztes Jahr bei Bombenexplosionen schwer beschädigt worden war. “ Wir hatten stets ein gutes Verhältnis mit unseren muslimischen Nachbarn. Als unbekannte Männer damit anfingen, meinen Mann zu beschatten, wollten die Nachbarn uns sogar bei sich aufnehmen. Doch sie erhielten Morddrohungen, sollten sie es wagen, uns Christen beizustehen. Wir mussten unser Wohnhaus aufgeben und sind mit unseren vier Kindern Fadi, Shamon, Rafaa und Vala nach El Kosh umgezogen.” Hier hat die sechsköpfige Familie in einer winzigen Wohnung Unterschlupf gefunden.

Weggehen oder ausharren?

“Wir möchten den Irak lieber heute als morgen verlassen, aber uns fehlen die Mittel dazu” sagte Haifaa. Die Kinder dagegen lieben ihre Freiheiten in El Kosh, sie können hier sogar im Freien vor der Haustüre spielen, in Mosul war das viel zu gefährlich. “Auch wenn alle Christen aus El Kosh vertrieben werden”, meldet sich eine Verwandte der Familie trotzig zu Wort, “werde ich bis zuletzt hier bleiben”.

250 Kerosinöfen und 870 Wintermäntel verteilte CSI in diesen Oktobertagen an die verstörte Christengemeinde, die noch immer im Nordirak ausharrt. Sandsteinkreuze leuchten in der Morgensonne. Dahinter, Richtung Türkei und Syrien, türmt sich ein vegetationsloses, steiniges Gebirge auf. Ob bald nur noch die Gräber an die Christenheit im Irak erinnern? Vom Jungfrau-Maria-Kloster in El Kosh dringt ein schüchternes Glöcklein herüber und ruft zum Gottesdienst. Noch ist die christliche Gemeinschaft im Irak nicht am Ende. Doch ohne schnelle und zuverlässige Hilfe treibt sie der Auslöschung entgegen.


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