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2008 hat Asia das letzte Mal mit ihrem Mann Ashiq und den fünf Kindern Weihnachten feiern können, «für uns, die wir Jesus begegnet sind, der glücklichste Tag im Jahr». Sie hatte viel gearbeitet, um sich ein neues Kleid kaufen zu können. Es war grün-weiß wie die Flagge Pakistans: grün für den Islam, weiß für die Minoritäten. Zusammen mit der einzigen christlichen Familie in ihrem Heimatdorf Ittanwali fuhren sie zur Kirche in Sheikhupura. Nach der dreistündigen Messe versammelten sich die Christen auf dem kleinen Platz vor der Kirche um mehrere Feuer, wo sie die Geburt Jesu erneut besangen und beteten. Jede Familie brachte ihren Weihnachtskuchen mit. Asia hatte wie jedes Jahr zusammen mit ihrer Nachbarin einen riesigen Weihnachtskuchen gebacken.
Ein seltsames Geräusch in ihrem Bauch reißt Asia Bibi aus ihren Gedanken. Eine unendliche Traurigkeit befällt sie. Diese Kirche liegt doch ganz in der Nähe vom Gefängnis, sie könnte sie sogar zu Fuß erreichen! Da kommt überraschend Zénobia. Zénobia ist ein Lichtblick im Gefängnis. Normalerweise ist Khalil für Asia zuständig, der keine Möglichkeit auslässt, um sie zu demütigen und zu schikanieren. Sie fürchtet sich vor ihm, fürchtet, dass er sie tötet. Zénobia dagegen ist auch Christin. Obwohl sie nicht arbeiten müsste, kommt sie zu Asia. Sie putzt die Zelle, hat sogar Rosenduft dabei. Und schließlich drückt sie Asia noch ein Stück Weihnachtskuchen in die Hand. Asia hat Tränen in den Augen. Sie empfindet die Trennung von ihrem Mann Ashiq und ihren Kindern umso schmerzlicher: Imran, Nasima, Isha, Sidra und die erst 9-jährige Isham. Asia denkt an ihre geistig behinderte 15-jährige Tochter Isha, die nicht versteht, wo die Mama ist. |
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