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Der Anblick war schwer zu ertragen: Todernst und mit verweinten Augen blickten uns die beiden Brüder an. Das war 2006. Kürzlich haben wir den jüngeren der beiden wieder getroffen. |
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Tuc heute mit CSI-Projektleiter Gunnar Wiebalck; links Pfarrer Tito, rechts Angelo Marac CSI |
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Ist das wirklich Tuc? Der Junge spielt fröhlich mit einem Ballon und scheint überhaupt keine Angst vor uns «kawajas», weißen Leuten, zu haben. Wir staunen. Im Oktober 2006 hatten wir ihn unter ganz anderen Umständen angetroffen. |
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Damals war Tuc noch ein Baby und klammerte sich ängstlich an seinen Bruder Majok. Scheu und voller Angst musterten die beiden uns CSI-Mitarbeiter. Ihre Geschichte griff uns ans Herz. |
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Auf der Flucht |
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Berittene Janjaweed-Milizen hatten die zwei Brüder mit ihrer Mutter Akur Yai aus dem Dorf Tibal vertrieben. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder bereits vaterlos – mit schwarzafrikanischen Männern machen arabische Angreifer in Darfur meist kurzen Prozess. Akur schaffte es, einen Platz auf einem der Lastwagen zu ergattern, die von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gechartert worden waren.
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Vom eigenen Zuhause erschlagen |
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Im Buschland weit vor den Toren der Stadt fanden die drei eine verlassene Hütte mit rissigen Lehmwänden und einem löchrigen Grasdach. Die armselige Bleibe sollte zur heimtückischen Falle werden. Ohne Vorwarnung ein plötzliches Knacken – dann stürzten mehrere von Termiten angefressene Dachbalken auf die Mutter und begruben sie unter sich. Verzweifelt und mit bloßen Händen versuchte Majok, sie aus den Trümmern zu befreien. Doch der Körper, den er unter dem Holz und den Lehmbrocken fand, war ohne Leben. Zwei Tage lang hockte Majok neben der Toten. Dann zwangen ihn die fortschreitende Verwesung der Leiche, das stundenlange Wimmern seines Bruders, Hunger und Durst zum Handeln. Majok trug das Baby Tuc den langen Weg zurück nach Aweil. Dort wurde ein einheimischer CSI-Mitarbeiter auf die beiden aufmerksam. |
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Gut aufgehoben |
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Der verängstigte Tuc mit Pflegemutter Sarah, Januar 2007 CSI |
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Als wir den hilflosen Kindern im Oktober 2006 begegneten, brachten wir sie zum (anglikanischen) Pfarrer Matthew Garang von der sudanesischen Episkopalkirche. Mit ihm arbeiten wir seit langem zusammen und unterstützen ihn finanziell. Der Pfarrer nimmt jeweils auch die Kinder auf, die wir aus der Sklaverei befreien, deren Verwandte aber nicht ausfindig gemacht werden können. Pfarrer Tito Athian besorgte den beiden mit Sarah sogar eine Art Ersatzmutter. Hier sind sie gut aufgehoben.
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![]() | Sudan / Südsudan Freiheit schenken | ![]() | Noch immer werden Zehntausende Südsudanesen im Nordsudan als Sklaven festgehalten. |
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