|
Gemeinsam mit Christen leiden in repressiven Staaten auch Angehörige anderer religiöser Minderheiten unter Diskriminierung. Zu ihnen gehören die Ahmadis. Für die Mehrheit der Muslime sind sie Ketzer. |
|
Der Islam muss reformiert werden. Diese Meinung vertrat Mirza Ghulam Ahmad, der 1889 die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft gründete. Deren Mitglieder glauben, dass Ahmad als Messias wiederkommen und dem Reformislam zum Durchbruch verhelfen wird. Für die Mehrheit der Muslime ist das eine Lästerung Mohammeds, da in ihren Augen Mohammed der letzte Prophet war und den Islam vollendet hat. Die Ahmadis kommen damit in einem muslimischen Umfeld in eine ähnliche Situation wie die Christen, die glauben, dass Gott einen Sohn hat.
|
|
Üble Verfolgung in Pakistan |
|
Am schlimmsten ergeht es den Ahmadis in Pakistan. Bei einer Bevölkerung von nahezu 100% sunnitischer Muslime bilden die Ahmadis – wie die Christen – eine winzige Minderheit. Staatsgründer Mohammed Ali Jinnah sprach sich 1947 für die Gleichberechtigung aller Glaubensgemeinschaften einschließlich der Ahmadis aus. Unter ökonomischem Druck erklärte 1974 jedoch ausgerechnet einer seiner ebenfalls westlich gesinnten Nachfolger, Präsident Zulfikar Ali Bhutto, öffentlich, die Ahmadis seien keine Muslime. |
![]() |
|
Aufruf zur Ermordung der Ahmadis, der «größten Feinde des Islams», in Lahore amj |
|
Pakistan befand sich nach dem Krieg gegen Indien und der Loslösung Ostpakistans (heute Bangladesch) in großen wirtschaftlichen Nöten. Um Hilfe vom finanzkräftigen Saudi-Arabien zu erhalten, musste Pakistan sich «islamischer» verhalten. Der Kniefall vor dem saudischen König half Bhutto wenig: 1977 wurde er von General Zia ul-Haq gestürzt, der ihn 1979 hinrichten ließ.
|
|
Ein bekanntes christliches Opfer ist Asia Bibi, über die wir schon oft berichtet haben.
|
|
Auch in Indonesien Tote |
|
In Indonesien werden Ahmadis ebenfalls bedrängt. Als religiöse Minderheit sind sie zwar anerkannt. Doch gesetzliche Diskriminierungen schaffen ein Klima, das die Verfolgung von Ahmadis begünstigt. Die Behörden verschiedener Distrikte haben die Ahmadis gezwungen, ihr Gebiet zu verlassen. Im Februar 2011 wurden drei Ahmadis von einem muslimischen Mob bestialisch ermordet. Die Polizisten – obwohl am Tatort anwesend – schritten nicht ein.
|
|
|
|
|
| Print-Version |
CSI ist eine christliche Menschenrechtsorganisation
für Religionsfreiheit
und Menschenwürde.