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30 Jahre für Religionsfreiheit
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30 Jahre
Solidarität mit
Glaubensverfolgten
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Eigentlich begann CSI in der ehemaligen Sowjetunion. Am Anfang stand ein eindrückliches Zeugnis des Baptisten Georgi Vins – ein Rückblick von CSI-Gründer Pfr. Hansjürg Stückelberger.
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Schweigemarsch in Zürich.
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1974 wurde der Baptist und Laienprediger Georgi Vins wegen seines Glaubens zum dritten Mal verurteilt, diesmal zu zehn Jahren Lagerhaft. Seine Mutter hatte 21 Jahre im Gefängnis zugebracht, sein Vater war in einem Straflager gestorben. Als damaliger Präsident der Christlichen Ostmission hörte ich während einer Konferenz von Georgi Vins. Ich war von seiner kompromisslosen Bereitschaft zum Zeugnis tief beeindruckt. Dabei kam mir die Idee, für Vins öffentlich zu demonstrieren. Daraus entstanden die beiden Schweigemärsche für alle verfolgten Christen vom 21. Sept. 1975 mit grosser Unterstützung der Landes- und Freikirchen. |
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Wir waren vom Erfolg überwältigt: In Zürich versammelten sich auf dem Münsterplatz über 10’000 Menschen, in Bern über 3’000, und wir erhielten viel mehr Geld, als wir benötigten. Dann kam – wieder aus der Sowjetunion – ein Brief des orthodoxen Priesters Gleb Yakunin an den Weltkirchenrat. Er forderte weltweite Solidaritätsaktionen aller Christen für den verfolgten Teil des Leibes Christi. Katholiken sollten für Angehörige der Pfingstkirche einstehen, Anglikaner für Orthodoxe, usw. Ich las den Brief und erkannte: Gott hat uns Fr. 200’000.– gegeben, dazu 20’000 Spenderadressen – und in dem Brief ein Programm: Gott will, dass die Zusammenarbeit von Christen aus allen Kirchen weitergeht. Er will, dass aus den Schweigemärschen eine Hilfsaktion wird, in der Christen aus allen Kirchen sich weltweit für alle Glaubensverfolgten einsetzen. Darum wurde am 15. April 1977 Christian Solidarity International gegründet. Als biblische Leitworte wählten wir 1. Kor. 12, 26: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ sowie das Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus Luk. 10, 25 – 37. Auch verfolgten Nichtchristen gilt unsere Solidarität.
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Es bewegt mich als Pfarrer der Reformierten Landeskirche immer wieder, wie katholische und freikirchliche Christen und Gemeinden bedingungslos mittun und wie in vielen Sprachen und Ländern, in Klosterzellen und auf charismatischen Tagungen für die Verfolgten gebetet und gesammelt wird. In den Verfolgungen der ersten Jahrhunderte entstand der Begriff des Märtyrers. Märtyrer sind Christen, die bereit sind, mit ihrem Leben zu bezeugen, dass Gott durch den Opfertod seines Sohnes die Menschen von ihrer Sünde erlösen und mit sich versöhnen will und dass die Gläubigen Anteil erhalten an der Auferstehung Christi und im Letzten Gericht gerettet werden. Dieses Wirken Gottes zum Heil der Welt bezeugen auch die Märtyrer von heute. Und wir in CSI möchten zusammen mit allen CSI-Freunden durch unsere Hilfsaktionen ebenfalls unseren Glauben bezeugen und hoffen, dass das Zeugnis der Märtyrer viele im Glauben stärkt. |
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1. Phase: Christen hinter dem Eisernen Vorhang
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Im Rückblick auf 30 Jahre CSI kann man drei Abschnitte mit unterschiedlichen Schwerpunkten der CSI-Hilfe erkennen. Parallel zum Aufbau von weiteren nationalen Filialen und zum Engagement für Kinder in repressiven Gesellschaftssystemen galten unsere Aktionen zunächst den unterdrückten Christen hinter dem Eisernen Vorhang. Aktionsgruppen versandten Pakete an Inhaftierte und deren Familien; Parlamentarier, Anwälte und Journalisten gingen als Beobachter in osteuropäische Gerichtssäle oder forderten Freilassungen bei Regierungsvertretern; monatliche Protestkarten schützten viele vor Folter oder erwirkten kürzere Haftstrafen.
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2. Phase: Aktion „Rettet Nagorni Karabach“
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Nagorni Karabach: Solidarität mit Christen. CSI
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Dann, Anfang der 90er Jahre, hörten wir von der Not der Armenier in Nagorni Karabach, einer christlichen Enklave im muslimischen Aserbeidschan. Die aserische Armee versuchte, Nagorni Karabach von Christen zu säubern. Die Armenier sollten verschwinden oder sterben. Todesmutig wehrten sie sich gegen eine erdrückende Übermacht. Verwundete wurden nachts bei Kerzenlicht ohne Narkose operiert. Mit Helikoptern und Flugzeugen durchbrachen CSI-Mitarbeiter die Blockade, lieferten Nahrungsmittel und Medikamente. Unsere Solidarität machte den Armeniern Mut. Entgegen allen Erwartungen gelang es ihnen schliesslich, die Angreifer zu vertreiben. Nagorni Karabach blieb christlich. Dabei lernten wir eine wichtige Lektion: Wenn wir, als kleine Organisation, alle Kräfte zusammenfassen, dann können wir viele Menschenleben retten und zusätzlich einen Beitrag leisten, dass eine ganze Region nicht zwangsislamisiert wird. |
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3. Phase: Sklaven-befreiung im Sudan
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Das haben wir in der dritten Phase auch im Sudan versucht. Die islamistische Regierung des Nordsudans war entschlossen, in einem heiligen Krieg die Christen und Anhänger von Naturreligionen zu islamisieren, sei es mit Waffen, sei es durch absichtlich hervorgerufene Hungersnöte, sei es durch Sklavenjagden. Auf über 70 Reisen konnte CSI Nahrungsmittel, Saatgut und Medikamente verteilen und dabei mithelfen, Zehntausende von Sklaven in die Freiheit zurückzuholen. Durch gute Kontakte zu Regierungen gelang es schliesslich, den politischen Druck auf die Kriegsparteien so zu steigern, dass sie Anfang 2005 zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages bereit waren. Die Probleme sind aber noch lange nicht gelöst.
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Kinder gehören zu den schwächsten Opfern repressiver Systeme. Aus diesem Leiden der Kinder entstanden in den vergangenen 30 Jahren verschiedene Projekte für Kinder und ihre Familien. Zurzeit unterstützt CSI Projekte in Nicaragua, Peru, Ägypten, Lettland, Litauen und Rumänien. Einzelne dieser Projekte hat CSI selbst ins Leben gerufen.
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Alle diese Hilfsaktionen haben Sie, liebe CSI-Freunde, mit Ihrer Fürbitte und Ihren Spenden möglich gemacht. Von ganzem Herzen danke ich Ihnen dafür, auch im Namen der Stiftungsräte, vor allem aber im Namen der Verfolgten, die Hilfe empfangen haben. Ich danke auch allen Mitarbeitern von CSI für jeden hingebungsvollen Einsatz. Einige von ihnen haben bei den Aktionen in den Kriegsgebieten von Nagorni Karabach und im Sudan aussergewöhnliche Einsatzbereitschaft, Mut und Ausdauer bewiesen.
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Im Jubiläumsjahr legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf das Schicksal junger Christinnen in Ägypten. Immer wieder werden junge Koptinnen entführt und oft unter Drogen zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet. Den Eltern wird mitgeteilt, ihre Tochter sei freiwillig zum Islam übergetreten und wolle nicht mehr zu ihrer Familie zurückkehren. Bisher wurde keiner dieser Fälle von der Polizei aufgeklärt. |
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